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Donnerstag, 18 Juli 2024
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Aneinander vorbeigeredet?

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Neue Studie zeigt: Unternehmen sollten ihre Bewerbungsprozesse überdenken

Das neue Ausbildungsjahr hat erst vor wenigen Wochen begonnen, dennoch laufen bereits jetzt in vielen Unternehmen die Prozesse für die Suche nach Auszubildenden für den September 2024. Auch wenn die Betriebe dabei viele Kanäle nutzen und mit zahlreichen „Goodies“ Lehrstellen attraktiv machen, bleiben dennoch in zahlreichen Firmen und Branchen Ausbildungsplätze vakant. Dies liegt zum einen an der demographischen Entwicklung, zudem tendieren mehr Schulabgänger zum Studieren. Davon abgesehen ist es aber auch vom Bewerbungsverfahren abhängig, warum Unternehmen bei der Azubi-Suche mehr oder weniger erfolgreich sind – so das Ergebnis einer neuen Studie, welche die Technische Hochschule Georg Simon Ohm durchführte.

Dabei nahmen 80 Unternehmen mit 499 bis 3000 Mitarbeitern sowie 200 Mittelschülerinnen und -schüler teil. Nach grundlegenden Analysen der bestehenden Recruiting-Konzepte der Firmen und der beruflichen Wünsche der Jugendlichen, wurden Bewerbungsverfahren unter realistischen Bedingungen durchgespielt – mit Bewerbungsunterlagen, -gesprächen & Co.

Grundsätzlich stellte sich heraus, dass die Bewerber oft konkrete Berufswünsche haben und seitens der Schulen auch auf die formalen Prinzipien von Bewerbungsverfahren vorbereitet wurden. In persönlichen Bewerbungsgesprächen, denen laut Studie bei zwei Drittel der Firmen die meiste Bedeutung zukommt, zeigten sich jedoch einige Probleme: So würden die Schüler eher „unterdurchschnittlich“ auftreten, könnten sich mündlich oft nicht adäquat präsentieren. Wenn die Personalentscheider ihre Interviewtechniken nicht der jeweiligen Situation anpassen, würden Unternehmen und Bewerber oft aneinander vorbeireden – sowohl inhaltlich als auch emotional. In zahlreichen Fällen werden auch Fragen verwendet, die wenig Rückschlüsse auf die Eignung des Interviewten für die Ausbildungsstelle zuließen. Laut Prof. Dr. Raphael Verstege, welcher mit Prof. Dr. Sabine Fromm die Studie koordinierte, werden selbst bei gut geplanten Bewerbungsgesprächen seitens der Firmen die eigentlichen Entscheidungen für oder gegen Bewerber oft auf der Basis unterbewusster Überzeugungen getroffen. Das Bauchgefühl der „Personaler“ stünde dabei stärker im Fokus als qualitative Prognosen zu den Fähigkeiten potentieller Auszubildender.

Ein Grundtenor der Studie: Unternehmen sollten durchaus ihre Konzepte zur Bewerberauswahl kritisch durchleuchten und gegebenenfalls anpassen. Unter anderem könne es sich lohnen, Bewerbergruppen (z.B. Mittelschüler) anzusprechen, denen oft nicht zugetraut wird, gewisse Ausbildungen zu absolvieren. Bei persönlichen Gesprächen sollte nicht ausschließlich auf Interviewtechniken gesetzt werden, welche „weniger eloquente“ Bewerber in schlechtem Licht erscheinen lassen. Die Möglichkeit, Interessenten Arbeitsproben anfertigen zu lassen, um deren praktische Eignung für den jeweiligen Bereich einzuschätzen, werde laut den Studienmachern sehr wenig genutzt.

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