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Freitag, 19 April 2024
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Wenn der Einkauf um die Ohren fliegt

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Die unterschätzte Unfallgefahr im eigenen Auto

Im Straßenverkehr drohen jede Menge Gefahren – der plötzlich abbremsende Vordermann, der Vorfahrtsmissachtende oder das vor den Wagen laufende Kind sind nur ein paar Beispiele. Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch Risiken, die nicht von außerhalb des Autos drohen, sondern aus dem Inneren: Gegenstände, die schlecht gesichert zu „Geschossen“ werden und hohe Schäden bzw. Verletzungen verursachen können.

Erst im vergangenen Frühling zeigte der ADAC in Crashtests wieder eindrücklich, wie sich ein Möbelhauseinkauf im Falle eines Aufpralls in einem Kleinwagen verhält – wobei betont werden muss: Selbst wenn ein Unfall bzw. Crash verhindert werden kann, sorgt die nötige Vollbremsung dennoch dafür, dass auf alles im Fahrzeug hohe Fliehkräfte wirken.

Bei dem simulierten Auffahrunfall mit 45 km/h schießen lose und falsch gesicherte Möbel sowie schwere Kartons in dem Testmodell Golf Variant nach vorne, reißen die Vordersitze teilweise aus deren Verankerungen und treffen Fahrer und Beifahrer lebensgefährlich am Kopf. In solchen Situationen bekommen Gegenstände plötzlich ein „anderes“ Gewicht. “Bei einer Kollision mit Tempo 45 wirkt eine 145 kg schwere Ladung kurzzeitig mit über sieben Tonnen auf die Sicherheitsgurte – das entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten“, betont Volker Sandner, Leiter Fahrzeugsicherheit im Testzentrum Landsberg. Selbst kleine Alltagsgegenstände wie ein 300 Gramm wiegendes Smartphone bekommen bei einem Unfall mit 50 Stundenkilometern ein Aufprallgewicht von rund 16,5 Kilogramm.

In einem weiteren Test wurde der gleiche Auffahrunfall mit gesicherten bzw. festgezurrten Einkäufen durchgeführt – die Ladung blieb dabei an ihrem Platz, das Auto wurde zwar durch den Aufprall von außen beschädigt, den Testdummies flog jedoch nichts „um die Ohren“.

Prinzipiell gilt: Bei Autofahrten müssen alle im Inneren befindlichen Dinge stets gut gesichert sein. Sie dürfen laut § 22 StVO bei Vollbremsung oder plötzlichem Ausweichem nicht verrutschen, umfallen, umherrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm verursachen, z.B. durch ungesichertes Herumrutschen von Kisten und Behältern auf Ladeflächen. Für nicht-ordnungsgemäße Sicherung droht ein Verwarnungsgeld von 35 Euro, bei Gefährdung ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Ein Unfall würde mit 75 Euro und einem Punkt geahndet. Die Kaskoversicherung muss zudem nicht für Schäden aufkommen, welche von Ladung verursacht wurde, welche nicht ordnungsgemäß gesichert war.

Wer mit seinem Fahrzeug einen Großeinkauf oder einen Möbeltransport plant, sollte auf jeden Fall Material dabeihaben, um die Gegenstände im Auto so gut wie möglich zu fixieren – dazu gehören Spanngurte, Gepäcknetze, aber auch Decken & Co. Die Fracht sollte möglichst lückenlos angeordnet werden und nicht in den Frontbereich ragen. Schwere Gegenstände sollten im Fußraum platziert werden, lose Gegenstände am besten in Boxen oder Kisten. Die im Auto verbauten Rückhaltegurte, welche nicht zur Sicherung der Insassen verwendet werden, sollten auch hier zum Einsatz kommen.

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