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Samstag, 1 Oktober 2022

Smartes Laden

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Einrichtungen für Elektrofahrzeuge sollen intelligenter werden

1 Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis 2020 – dies war das erklärte Ziel der Bundesregierung, welches im August 2021 mit etwas Verspätung auch erreicht wurde. Nun muss man kein Elektrofachmann sein, um sich vorstellen zu können: Würden alle aktuell in Deutschland zugelassenen „Stromer“ zur selben Sekunde an eine Schnellladeeinrichtung gehängt werden, dürfte in den Schaltzentralen der Netzbetreiber manche Anzeige betriebsam „aufflackern“. Auch um die Infrastrukturen in Deutschland fit zu machen für weitere Elektrofahrzeuge setzt man in Zukunft verstärkt auf „intelligente“ Ladeeinrichtungen – was sowohl Strom-Tankstellen im öffentlichen Raum betrifft als auch z.B. Wallboxen, die sich die meisten privaten Nutzer von Elektromobilen zu Hause installieren. Laut Statistik finden rund 80 Prozent der Ladevorgänge „zu Hause“ statt.

Die Grundidee ist dabei vereinfacht gesagt: Wenn ein Fahrzeug zum Laden angeschlossen wird, dann kommuniziert die Ladeeinrichtung automatisch mit mehreren Stellen und lädt den angeschlossenen Wagen daraufhin so, dass das in diesem Moment schon anderweitig stark geforderte Netz des örtlichen Betreibers nicht übermäßig belastet wird. Auch die aktuelle Auslastung eines Hausanschlusses kann intelligente Ladetechnik im Auge haben und den Ladevorgang so lange hinauszögern oder drosseln, bis z.B. andere „Stromfresser“ im Haushalt weniger verbrauchen. Dies ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn z.B. der Vertrag mit dem Energieversorger nur eine gewisse Maximalauslastung einräumt. Auf der anderen Seite lässt sich „smarte“ Ladetechnik auch zum finanziellen Vorteil nutzen, indem sie z.B. automatisch das „Betanken“ des Elektromobils verschiebt, bis sich zum Beispiel ein günstigerer Nachttarif oder mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach generierter Strom nutzen lässt. Bei vielen aktuell erhältlichen Wallboxen können Nutzer mittels Smartphone-App auf die Steuerung zugreifen, Einstellungen vornehmen und u.a. genaue Daten über Ladevorgänge erhalten.

Bei Betrieben, welche mehrere Elektrofahrzeuge zu ihrem Fuhrpark zählen, lässt sich mit intelligenten Systemen z.B. beeinflussen, welche der Ladeeinrichtungen auf dem Firmengelände mit wie viel „Power“ ihr Werk verrichten darf – somit sollen „ungesunde“ Spitzen beim Stromverbrauch des Betriebs vermieden werden. „Intelligente“ Ladeeinrichtungen ziehen also nicht nur Energie, sondern beziehen und empfangen auch Daten von unterschiedlichsten Stellen, um ihre Ladetätigkeiten an die aktuelle Situation anzupassen. Eine der Fragen, welche mancher Elektrofahrzeugbesitzer dabei zurecht im Hinterkopf haben dürfte und vor Anschaffungen in diesem Bereich auch stellen sollte: Inwiefern können „smarte“ Systeme die persönlichen Bedürfnisse der Nutzer auch berücksichtigen? Der Alltag bringt schließlich hin und wieder Situationen mit sich, wo man z.B. kurzfristig auf volle Ladepower der heimischen Wallbox angewiesen ist – wenn diese dann ohne Möglichkeit der Einflussnahme die Leistung drosselt, kann es sein, dass der E-Mobilbesitzer schneller „geladen“ ist als sein Wagen…

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