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Sonntag, 26 Juni 2022
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Gezieltere Kaufanreize für E-Mobilität gefordert

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Förderung nur bei „positivem Klimaschutzeffekt“

dpa

Elektroautos soll es auf deutschen Straßen noch viel mehr geben – und das auch weiterhin mit finanziellem Anschub vom Staat. Doch die neue Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen will der Förderung bald eine stärkere Klimaschutz-Ausrichtung verpassen. Die Verbraucherzentralen fordern deutlich gezieltere Kaufanreize. „Ich würde die Bundesregierung hier zu einem klaren Schnitt ermutigen», sagte der Chef des Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Auch beim Stromlade-Netz müsse sich noch deutlich mehr tun. Kaufprämien solle es nur noch bei Listenpreisen unter 40.000 Euro geben – bisher gilt eine Obergrenze von 65.000 Euro für das Basismodell. „Wir brauchen auch dringend einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos. Und das sollten vor allem die kleineren und mittleren Autos sein“, erläuterte der Verbraucherschützer. Darauf seien viele angewiesen, die sich keine Neuwagen kaufen könnten oder wollten.

Förderung nur bei „positivem Klimaschutzeffekt“

Müller betonte: „Man sollte nur noch die Elektroautos fördern, die wirklich nachweislich einen Umwelteffekt haben.“ Dies berühre vor allem Hybrid-Modelle mit kombinierten Antrieben, bei denen doch weniger elektrisch und mehr mit klassischen fossilen Energien gefahren werde. Festgemacht werden soll das am elektrischen Fahranteil und der elektrischen Mindestreichweite der Modelle – konkret genannt ist eine größere E-Distanz von 80 Kilometern. Die jetzigen Zuschüsse wurden kürzlich aber noch einmal bis Ende 2022 verlängert. So gibt es auch im neuen Jahr eine „Innovationsprämie“ von bis zu 9.000 Euro für rein elektrische Autos und bis zu 6.750 Euro  für Hybride, die man per Stecker lädt (Plug-in).

Ausbau des Ladenetzes forcieren

Ziel der Ampel-Koalition sind mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030. Anfang 2021 gab es laut Kraftfahrt-Bundesamt 309.000 reine E-Autos, dazu 280.000 Plug-in-Hybride. Die Neuzulassungen legten 2021 aber deutlich zu, auch dank aufgestockter Kaufprämien. Vorankommen müsse laut Müller auch der Ausbau der Ladenetze. Teils gebe es ein Wirrwarr an Bezahlsystemen und Preisen, was nicht zu Vereinfachung und Verlässlichkeit beitrage. Und E-Auto-Käufer bräuchten Sicherheit, im Urlaub, auf Geschäftsreise oder beim Besuch in einem anderen Bundesland nicht zu stranden. „Die Ladeinfrastruktur muss dem E-Auto-Bestand vorauslaufen“, sagt auch die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, kürzlich der dpa: „Nur so gewinnen wir Verbrauchervertrauen und ermutigen die Menschen, in ein Elektroauto zu investieren.“ Deutschland hänge beim Ausbau aber extrem hinterher. „Um die Menge der E-Autos, die die Bundesregierung vorsieht, auch wirklich erreichen zu können, müssten pro Woche etwa 2.000 neue öffentliche Ladepunkte installiert werden – tatsächlich sind es gerade mal 300.“

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