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Samstag, 25 Juni 2022
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Trotz Omikron: Bayern öffnet Sport und Kultur für Publikum

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München (dpa/lby) – Noch vor dem nicht absehbaren Höhepunkt der fünften Corona-Welle lockert Bayern seine Corona-Regeln für regionale wie überregionale Sport- und Kulturveranstaltungen. Im Sport wird damit das Ende der Geisterspiele eingeläutet Theater und Kinos dürfen auf doppelt so viele Zuschauer hoffen. Das hat das Kabinett in München am Dienstag beschlossen. Mit der Wieder-Erlaubnis für Großveranstaltungen geht der Freistaat deutlich über den gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss vom Montagabend hinaus. Wann die Neuerungen aber in die Praxis – etwa von den Vereinen und Veranstaltern – umgesetzt werden können, war zunächst offen.

In der Fußball-Bundesliga und in allen anderen Profiligen darf in Bayern künftig wieder vor bis zu 10.000 Zuschauern gespielt werden. Neben dieser absoluten Obergrenze gilt für überregionale Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern grundsätzlich: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. Die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet (oder geboostert) sein und eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot.

Zugleich wird – analog zum Sport – das Komplett-Verbot für große überregionale Kulturveranstaltungen aufgehoben: Werden mehr als 1000 Zuschauer erwartet, darf die Zuschauer-Kapazität zu maximal 25 Prozent ausgelastet werden. Wie bei großen Sport-Events gilt, etwa für Konzerte, eine absolute Personenobergrenze von 10.000 Zuschauern, es sollen generell nur Sitzplätze erlaubt werden.

Bei allen anderen Kultur- und Sportveranstaltungen sind künftig wieder doppelt so viele Zuschauer erlaubt wie bisher: In Theatern, Kinos und bei anderen Kultur- und Sport-Events ist von Donnerstag an wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt – bisher waren es 25 Prozent. Die bisher geltenden Zugangsregeln (2G-Plus beziehungsweise 2G) gelten bei alledem unverändert, zudem gilt bei Veranstaltungen auch weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht.

In Kinos und Theatern müssen laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zudem nicht überall die Mindestabstände von 1,5 Metern zwischen den Besuchern fremder Haushalte eingehalten werden – auch so soll eine Auslastung von 50 Prozent ermöglicht werden.

Für den kulturpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Wolfgang Heubisch, gehen die Maßnahmen nicht weit genug: «Die bayerische Staatsregierung hat versagt. Sie muss dringend nachbessern und die Veranstaltungen von der 2G-Plus-Fessel befreien.» Auch der Bayerische Musikrat forderte Zugangserlaubnisse für Geimpfte und Genesene wie in der Gastronomie ohne zusätzliche Testpflicht.

Bund und Länder hatten sich am Montag eigentlich darauf verständigt, dass die Chefs der Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen. Bayern greift dem nun, wie von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon Ende vergangener Woche angekündigt, vor. Er begründet dies damit, dass in anderen Bundesländern schon bisher teils deutlich mehr Zuschauer etwa bei Fußballspielen erlaubt seien.

Bei einzelnen Spielen der Bundesliga – nämlich in Berlin – waren zuletzt allerdings maximal 3000 Zuschauer zugelassen gewesen. Bei den meisten anderen waren es einige Hundert. Jedoch spielte etwa der Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den TSV Havelse vor 13.385 Zuschauern.

Zudem beschloss das Kabinett, nach viel Kritik, eine Lockerung der Zugangsregeln für Angebote der Jugendarbeit: Minderjährige Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, müssen nun keinen Impfnachweis und keinen weiteren Test mehr vorlegen. Ferner sind Prüfungen, Meisterkurse und der gesamte Fahrschulbereich künftig auch wieder für Ungeimpfte zugänglich, sofern diese einen aktuellen negativen Test vorweisen können. Auch diese erleichterten Zugangsregeln sollen von Donnerstag an gelten.

Die sogenannte Hotspot-Regelung, wonach in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 – das sind aktuell schon 30 – eigentlich viele Bereiche geschlossen werden müssten, bleibt laut Kabinettsbeschluss weiter ausgesetzt. Die Staatsregierung hält derartige regionale Lockdowns für unnötig und unangemessen, weil die hohen Sieben-Tage-Inzidenzen anders als bei früheren Virus-Varianten bislang nicht mehr zu einer hohen Krankenhaus-Auslastung führen.

Die Omikron-Variante des Virus habe mittlerweile einen Anteil von 91 Prozent an den Neuinfektionen erreicht, sagte Herrmann. Weiter: «Die Omikron-Welle rollt und führt zu Inzidenz-Höchstständen in Bayern und in Deutschland.» Mit extrem hohen Inzidenzen habe sie auch die Krankenhäuser erreicht. Zwar sei die Zahl der Intensivpatienten im Vergleich zur Vorwoche weiter gesunken, dafür sei aber die Zahl derer, die wegen Corona ins Krankenhaus mussten, merklich gestiegen.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) betonte, dass trotz der Omikron-Infektionswelle an 93 Prozent der Schulen in Bayern der Unterricht derzeit in voller Präsenz stattfinde. Bei den übrigen 7 Prozent sei mindestens eine Klasse im Distanzunterricht.

«Wir stehen noch immer in bisschen im Nebel. Wir wissen nicht, was am Schluss passiert», sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Daher bleibe das Corona-Management ein Abwägungsprozess, bei dem die Überwachung der aktuellen Lage entscheidend sei. Zudem könnten perspektivisch Probleme auftauchen – etwa wenn das Personal in den Kliniken und Laboren durch eigene Infektionen ausfalle.

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