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Freitag, 23 Februar 2024
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Nach Degen-Attacke: Frau entschuldigt sich vor Gericht

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Weiden (dpa/lby) – Eine Video zeigt eine mit Shorts und rosafarbenem T-Shirt bekleidete Frau mit einem Degen in der Hand, neben ihr stehen zwei Männer und halten sie fest. Entstanden ist die Filmsequenz im August 2022 kurz nach dem Angriff der 66-Jährigen auf mehrere Passanten im Zentrum von Weiden in der Oberpfalz. Am Mittwoch wurde die Szene vor dem Landgericht der Stadt gezeigt. Dort begann ein Sicherungsverfahren gegen die Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

Die gelernte Altenpflegerin ist seit dem Vorfall in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Sie ist den Angaben nach schizophren und gilt als schuldunfähig. Vor der Tat soll sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben.

Zu Verfahrensbeginn sagten zunächst die drei 61, 58 und 47 Jahre alten Männer aus, die von der Frau in der Weidener Innenstadt offenbar willkürlich angegriffen worden waren. Zwei von ihnen wurden dabei verletzt. Einen vierten Mann hatte die 66-Jährige kurz zuvor in der nahe gelegenen Gemeinde Vohenstrauß attackiert. Ein weiterer Mann wurde verletzt, als er den Geschädigten in Weiden zur Hilfe eilte.

Die drei Männer waren am 23. August während der Mittagspause gemeinsam unterwegs, als ihnen die Frau entgegenkam. Den Degen in ihrer Hand hätten sie zunächst für einen Stock oder Spazierstock gehalten, sagten sie aus. Als sich die Frau näherte, habe sie sinngemäß gerufen: «Da sind sie ja, die Verbrecher.» Direkt danach habe sie ganz plötzlich zum Schlag gegen den jüngsten der Männer ausgeholt. Dieser habe sich wegducken können, sei aber dennoch getroffen und verletzt worden.

Die beiden Kollegen des Mannes konnten die Frau an den Händen packen und festhalten. Im Gerangel sei ihr jedoch ein zweiter Schlag gelungen, der den 61-Jährigen am Arm traf. Er habe operiert werden müssen, sagte der Mann. Weitere Passanten seien zur Hilfe geeilt, unter anderem ein Kellner eines Wirtshauses. Auf einem zweiten Handyvideo, das von Augenzeugen gedreht wurde, ist zu sehen, wie Männer die auf dem Boden liegende Frau festhalten. Sie habe einen wirren Eindruck gemacht, sagte einer der Geschädigten.

Während einer der Männer angab, den Angriff gut verkraftet zu haben, sagte ein zweiter, er habe anfangs unter Schlafstörungen gelitten. Die Beschuldigte richtete sich nach den Zeugenaussagen mit persönlichen Worten an ihre Opfer, sagte, dass es ihr «furchtbar leid» tue, und bat darum, ihre Entschuldigung anzunehmen. Einer der Geschädigten entgegnete, er sei nicht nachtragend, und es sei offensichtlich gewesen, dass sich die Beschuldigte in einer Ausnahmesituation befunden habe. Er sei zudem unverletzt geblieben.

In dem Verfahren sind zunächst vier weitere Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil könnte am 23. März gesprochen werden.

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