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Samstag, 25 Juni 2022
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Landesbeteiligungen rauschen wegen Corona tief ins Minus

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München (dpa/lby) – Flughäfen, Messen, Brauereien, Spielbanken – viele Unternehmensbeteiligungen des Freistaats sind in der Corona-Pandemie in noch nie da gewesenem Ausmaß ins Minus gerutscht. «Die Corona-Krise hat zahlreiche Branchen, wie unter anderem die Messewirtschaft und den Luftverkehr, und damit auch viele Beteiligungen des Freistaats hart und unverschuldet getroffen», sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Beteiligungsberichts im Haushaltsausschuss des Landtags.

Der Freistaat musste deshalb laut Füracker manchen Gesellschaften mit Liquiditätshilfen und Ausgleichszahlungen unter die Arme greifen. Es gehe darum, die Beteiligungen gut durch die Corona-Krise zu führen.

Die Flughäfen München und Nürnberg etwa hätten 2020 das schwierigste Jahr ihrer Geschichte verzeichnen müssen, sagte Füracker. Die Fluggastzahlen seien in den vergangenen beiden Jahren um jeweils rund 75 Prozent gegenüber 2019 als letztem Vor-Krisen-Jahr eingebrochen. Auch in der ersten Jahreshälfte 2021 habe es wegen des Lockdowns und der Reisebeschränkungen weiterhin dramatisch niedrige Flugverkehrszahlen gegeben. Seit Mitte 2021 verzeichne man eine Erholung. «Aber völlige Entwarnung ist bei Weitem nicht in Sicht.»

Wie es nun weitergehe, könne man nur mit einem «Blick in die Glaskugel» beantworten, das könne heute noch niemand sagen. Dennoch: Der Freistaat stehe «uneingeschränkt» zu den beiden Flughäfen.

Am Flughafen München wurden laut Füracker auch im vergangenen Jahr lediglich 12,5 Millionen Fluggäste gezählt – das sei nur gut ein Viertel des Vor-Krisen-Niveaus. Das Minus 2021 werde deshalb wie schon 2020 im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen. Und auch in Nürnberg müsse man mit einem erheblichen Defizit rechnen.

Mit am härtesten betroffen waren zudem die Messegesellschaften: Sowohl in München als auch in Nürnberg ging es – weil coronabedingt ein Großteil der Messen ausfallen musste – drastisch ins Minus, auch für 2021 würden noch einmal «hohe Fehlbeträge» erwartet. Aber auch hier betonte Füracker: «Klar stehen wir zu unseren Messen.»

Lange Zeit geschlossen waren zudem die Spielbanken. Der Bruttospielertrag 2021 liege nochmals um 15 Prozent unter dem bereits von Corona beeinflussten Vorjahresergebnis, berichtete Füracker. «Angesichts der Dimension der Krise war nicht mehr möglich.»

Ins Minus ging es seit Beginn der Krise 2020 auch für die staatlichen Brauereien, Hofbräu und Weihenstephan, wegen massiver Absatzeinbrüche in der Gastronomie. Dennoch seien die beiden Brauereien noch glimpflich durch die Krise gekommen, sagte Füracker. Für 2021 stellte er für beide Brauereien voraussichtlich schwarze Zahlen in Aussicht.

Bei der Seenschifffahrt zeichne sich dagegen fürs vergangene Jahr noch einmal ein Millionenverlust ab. Hier glaube er aber, dass man sehr rasch wieder aufs Vor-Krisen-Niveau zurückkommen könnte.

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