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Samstag, 28 Januar 2023
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Hitze und Trockenheit: Waldbrände lodern in Italien weiter

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Catanzaro/Algier (dpa) – Italien blickt weiter gebannt auf weitere Waldbrände. Der Regionalpräsident Kalabriens wollte heute Bürgermeister und Repräsentanten der von Feuern betroffenen Orte in der süditalienischen Region einberufen, wie es in einer Mitteilung hieß.

Die Versammlung solle Aufschluss über die gegenwärtige Waldbrandlage geben und weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Feuer treffen. In Kalabrien zerstörten die Flammen in den vergangenen Tagen Gebiete in der Gegend des geschützten Aspromonte Nationalparks. Aus der Region wurden bislang vier Waldbrand-Tote gemeldet.

Kampf gegen die Feuer

Auf den Inseln Sizilien und Sardinien gab der Zivilschutz auch für heute wieder die höchste Waldbrand-Warnstufe für weite Teile heraus. Mit Blick auf das Thermometer erwarteten die Experten Werte von teils um die 40 Grad in der Spitze. Auch im Rest Italiens mussten sich Einwohner und Touristen für Freitag auf extreme Temperaturen einstellen.

Das Gesundheitsministerium warnte vor einer Hitzewelle in 15 Städten. Auch am Wochenende müssen die Menschen weiter schwitzen. Die Temperaturen könnten sich dem Ministerium zufolge selbst bei gesunden Menschen auf die Gesundheit auswirken.

Unterdessen kämpften die Feuerwehren in Italien weiter gegen zahlreiche Waldbrände. Die Zivilschutzbehörde sprach von insgesamt 33 Anfragen am Donnerstag für den Einsatz von Löschflugzeugen, je neun kamen aus Sizilien und Kalabrien. Frankreich entsandte erneut Flieger, um die Löscharbeiten in Italien aus der Luft zu unterstützen.

Immer wieder geraten die Feuer außer Kontrolle und bedrohen mitunter Gebäude. Bislang loderten die Flammen in vielen Naturschutzgebieten, Wäldern und Feldern und zerstörten Ernten und Häuser. Auf Sizilien brannte es zum Beispiel nahe dem Dorf Linguaglossa in einem bei Ausflüglern beliebten Naturschutzgebiet am Vulkan Ätna. Eine Bewohnerin aus der Ätna-Gegend sagte der dpa: «Wir sind zwar an Waldbrände gewöhnt, aber dieses Jahr ist die Situation auf jeden Fall schlimmer.» Der August gilt in Italien als besonders heißer und trockener Monat.

Gründe für die Brände

Die Mischung aus anhaltender Hitze, Trockenheit und Winden sorgen meist dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiten. Hinter vielen Feuern wird Brandstiftung oder unachtsames Verhalten vermutet. Politiker in Italien forderten zuletzt mehrfach, die Strafen für Brandstiftung zu verschärfen. Auch aus der örtlichen katholischen Kirche kamen Stimmen, die die Taten der Brandstifter verurteilten.

Auch in Algerien geht die Regierung bei den Feuern, denen bislang viele dutzend Menschen zum Opfer fielen, von «geplanten» Handlungen aus. 22 Verdächtige seien inzwischen festgenommen worden, sagte Präsident Abdelmadjid Tebboune in einer Rede an die Nation im Staatsfernsehen.

In der von den Feuern besonders betroffenen Region Tizi Ouzou zündete ein wütender Mob aus Rache einen Mann an und ließ ihn bei lebendigem Leib verbrennen. Die Menge hielt ihn für einen Brandstifter. Die Tat löste großes Entsetzen in der Bevölkerung aus. Nach Medienberichten erwiesen sich die Anschuldigungen zudem als falsch – der Mann sei in die Region gekommen, um bei Löscharbeiten zu helfen. Eine offizielle Einschätzung dazu gab es aber bislang nicht. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein.

Nach Tebbounes Angaben sollten am Freitag zwei Löschflugzeuge aus Spanien sowie am Sonntag eines aus der Schweiz eintreffen. Zuvor hatte Frankreich nach Angaben von Staatschef Emmanuel Macron bereits zwei Löschflugzeuge und ein Kommandoflugzeug in die Region geschickt.

In Griechenland entspannt sich die Lage

Erstmals seit Tagen sind die Brände in Griechenland in allen Regionen des Landes unter Kontrolle oder sogar weitgehend gelöscht. Dies teilte der griechische Zivilschutz mit. Lediglich in der gebirgigen Region Gortynia auf der Halbinsel Peloponnes gebe es immer wieder kleinere Brände, die aber rasch von den Einsatzkräften gelöscht würden. 

Die ersten Helfer aus 24 Staaten, die Griechenland zur Hilfe geilt waren, kehren zurück. Am Donnerstag wurden drei französische Löschflugzeuge abgezogen und zur Brandbekämpfung nach Italien geschickt. Auch zwei zyprische Löschflugzeuge und 40 Feuerwehrleute kehrten in ihre Heimat zurück, berichtete das zyprische Staatsfernsehen. 

Die Feuerwehr warnte jedoch, die Gefahr sei noch nicht vorbei: In vielen Fällen schwele es noch im Unterholz, und neue Brände könnten ausbrechen. Nach fast 15 Tagen Hitze mit Temperaturen über 40 Grad sollen die Thermometer in Griechenland am Freitag für die Jahreszeit normale Werte um die 32 bis 35 Grad zeigen.

Unterdessen hat die Registrierung der Schäden begonnen. Schätzungen zufolge wurden bei den schweren Bränden im August mehr als 100.000 Hektar Wald- und Buschland sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen zerstört. Eine abschließende Zahl der Häuser, die zerstört oder beschädigt wurden, liegt noch nicht vor.

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