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Freitag, 7 Oktober 2022
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Wer darf eigentlich auf’s Straßenschild?

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Ein Potpourri an Blumen, Vögeln und Dichtern

Rosen, Tulpen, Nelken – alle Blumen welken. Dieser blumige Spruch stand jahrzehntelang in nahezu jedem Poesiealbum. Und Blumen haben auch die Herzen der Stadtplaner erobert. Von Ost nach West und von Nord nach Süd, fast jede Stadt und jede Gemeinde liebt die Flora und nutzt sie gern und häufig als Namensgeber ganzer Straßenzüge und Straßenviertel.

Mit ihr konkurrieren ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala der Vogel, der Komponist und im Land der Dichter und Denker natürlich der Poet. Straßennamen dienen in erster Linie der Orientierung und erinnern nicht zuletzt auch an historische Persönlichkeiten.

Keine Frauenquote

Anwohner der Käthe-Dorsch-Straße, Schwester-Concordia-Straße oder Maria-Ferdinanda-Straße dürfen sich über ein Privileg freuen – sie wohnen in einer Straße, die einen Frauennamen trägt. Dass dies durchaus etwas Besonderes ist, beweist die Statistik. Von den rund fünfhundert Straßen im Stadtgebiet tragen ganze 150 die Namen männlicher Persönlichkeiten, aber nur drei davon sind weiblichen Geschlechtes. In der heutigen Zeit eigentlich ein NoGo!

Doch damit sind die Neumarkter in bester Gesellschaft. Quer durch die Republik gebührt nur wenigen Frauen die Ehre, ein Schild mit ihrem Namen schmücken zu dürfen. Sie sind im Stadtbild scheinbar unerwünscht. Dabei stünden durchaus prominente und zeitgeschichtlich interessante Persönlichkeiten zur Verfügung, darunter zum Beispiel die beiden Nobelpreisträgerinnen Marie Curie und Bertha von Suttner, die Benediktinerin Hildegard von Bingen, die Ärztin und Gründerin der Deutschen Krebshilfe Mildred Scheel, der Opernstar Maria Callas oder Melitta Bentz – die Erfinderin des Kaffeefilters.

Wer entscheidet?

Die Vergabe und Auswahl von Straßennamen ist Aufgabe der Kommunen. In Neumarkt ist das Sachgebiet „Vermessung“ im Bereich des Stadtplanungsamtes zuständig. Hier wird eine Liste mit Vorschlägen geführt, die von Bürgern oder Vereinen, manchmal auch von Stadträten und der Verwaltung stammen. Diese Vorschläge werden gesichtet und auf ihre Verwendbarkeit für die zu benennende Straße geprüft. Entschieden wird der Name letztlich von den Mitgliedern des Bausenats.

Fantasie gefragt

Während die neuen Bundesländer hierzulande mit Chemnitz, Leipzig, Dresden, Plauen, Zwickau und Meißen äußerst gut vertreten sind, fristen die alten Bundesländer eher ein Schattendasein. Eine Hamburger, Frankfurter, Kölner oder Dortmunder Straße sucht man in Neumarkt vergebens. Fantasie und Kreativität scheinen bei vielen Entscheidern ebenfalls nicht hoch im Kurs zu stehen. Schon etwas einfallslos sind Bezeichnungen wie Hauptstraße, Schulstraße oder Am Sportplatz.

Weitaus schönere Adressen sind da doch Paradiesstraße, Im Himmelreich oder Rotkäppchenweg. Auch Dackelweg, Spaghettistraße, Gurkenallee und Zitronengasse würden so manchem Stadtbild das besondere Etwas geben. Für einen Lacher oder zumindest einen Schmunzler sorgen auf jeden Fall die „Friedlicher-Nachbar-Straße“ in Bochum, der „Keuchhustengang in Eutin, „Zur schönen Gelegenheit“ in Regensburg oder die „Beamtenlaufbahn“ in Kiel.

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