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Mittwoch, 29 Juni 2022
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Weniger (Pflege) ist mehr (Vielfalt)

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Nicht nur in Neumarkt lässt man es öfter „sprießen“

Wie mancher Beobachter vielleicht schon bemerkt hat, passte die Stadt Neumarkt ihr Pflegekonzept für die städtischen Grünflächen an. Es geht nun nicht mehr darum, eine stets gepflegte Fläche mit kurzen Gräsern und möglichst wenig „Unkraut“ zu haben. Gesichtspunkte des Artenschutzes und des Klimawandels sollen nun auch berücksichtigt werden. „Unsere städtischen Grünflächen tragen zum einen zur Naherholung der Bürger bei, sie verbessern aber zum anderen auch das Stadtklima, indem sie Hitze reduzieren, Luft reinigen, CO2 speichern und Regen zurückhalten können“, umschreibt Oberbürgermeister Thomas Thumann die vielfältigen Funktionen. „Es war eine sinnvolle Maßnahme, dass wir nun diese Bedeutung noch mehr berücksichtigen und die Artenvielfalt fördern wollen. Das aber erfordert eine andere Art der Einrichtung und Betreuung der Grünflächen.“ Mit der Umstellung bei der Anlage und Pflege der wichtigen Grüninseln können gleichzeitig artenreiche und damit ökologisch wertvolle Flächen entstehen, die einen zusätzlichen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten – auch über die Grenzen der Stadt hinaus.

Die Stadt Neumarkt hat gemeinsam mit dem Biodiversitäts-Experten Dr. Philipp Unterweger ein stufenweises Konzept entwickelt, um mehr attraktive Lebensräume für unterschiedliche Pflanzen, Insekten und Vögel auf den öffentlichen Flächen im Stadtgebiet entstehen zu lassen. Häufigkeit, Zeitpunkt und die Art der Pflege beeinflussen entscheidend die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren in den Grünflächen sowie im sogenannten Straßenbegleitgrün. Insbesondere bei letzterem sind aber neben den ökologischen Zielen auch weitere Aspekte wie Verkehrssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit für die Beschäftigten zu berücksichtigen.

Foto: Lutz Worthmann/Stadt Neumarkt

Um die Artenvielfalt sowohl bei Tieren als auch bei Pflanzen zu erhöhen, werden vermehrt geeignete innerstädtische Grünflächen in Parkanlagen, Grünzügen und Straßenzügen seltener und später im Jahr als bisher gemäht. Weitere Maßnahmen sind in Planung. Wenn also künftig blühende Wiesen mit Pusteblumen und lange Grashalme sich im Wind wiegen, handelt es sich nicht um „mangelnde Pflege“, sondern um einen Beitrag für die Umwelt.

In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls geplant, den Fuhrpark der städtischen Gärtnerei Zug um Zug an die neue Arbeitsweise anzupassen und entsprechend entwickeltes Mähwerkzeug zu beschaffen. Besonders betont die Stadt Neumarkt in diesem Zusammenhang die wichtige Arbeit der Mitarbeiter der Stadtgärtnerei und des Bauhofs, welche zu einem lebenswerten Umfeld mit Pflanzen- und Tiervielfalt beitragen. Manche innerstädtischen Grünflächen seien dadurch inzwischen artenreicher als vergleichbare Flächen in der freien Landschaft.

Neumarkt ist nicht die einzige Kommune, welche im Bereich der Grünflächenpflege umdenkt – auch in anderen Städten lässt man es (mehr oder weniger geplant) „sprießen“, oft auch an Stellen, wo sich üblicherweise Betonschichten die Hände reichen. In Friedrichshafen fällt aktuell zum Beispiel an vielen innerstädtischen Straßen und Kreuzungen ein ungewöhnlich starker „Wildwuchs“ auf. Zwischen den Bordsteinen der Gehsteige und den Straßenbelägen stehen Büschel von Gräsern, welche teilweise einen halben Meter Höhe erreichen. Solange diese besonderen „Blühstreifen“ den Verkehr nicht gefährden oder Straßenoberflächen in Mitleidenschaft ziehen, vermitteln sie den Eindruck einer Region, die „gut im Saft steht“. Bei manchem Betrachter sorgt der Anblick dennoch für Schmunzeln, wenn sich in direkter Nachbarschaft zahlreiche Privatgärten befinden, in denen augenscheinlich der Rasenkantenschneider und der Unkrautvernichter ihr strenges Regiment führen.

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