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Sonntag, 5 Februar 2023
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„Unser täglich Brot“ statt „Täglich frische Brötchen“

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Dennis Meindlschmidt begann als jüngster Mesner Deutschlands

Nadine Neumann / Ulrich Badura

„Ich muss jetzt nicht utopisch früh aufstehen“, erzählt Dennis Meindlschmidt schmunzelnd – wobei er das frühmorgendliche Bettverlassen durchaus gewohnt ist. Schließlich schloss der 20-jährige eine Lehre als Bäcker ab, einem Handwerk, in welchem die ersten Handgriffe nach wie vor zu nächtlicher Stunde absolviert werden. In seinem jetzigen Beruf halten sich frühmorgendliche Aktivitäten dagegen eher in Grenzen − unter anderem, da das Kirchenglockenläuten größtenteils automatisch gesteuert wird. „Die Messe am Montag um 8 Uhr morgens ist der früheste Einsatz, den ich momentan habe”, so Meindlschmidt − viele andere Dienste könne er sich zeitmäßig relativ frei einteilen.

Als er im Dezember 2020 neuer Mesner der Hofkirche in Neumarkt wurde, war Dennis Meindlschmidt 19 Jahre alt – und somit der jüngste hauptamtliche Vertreter seines Berufes in Deutschland. Geboren wurde er in Amberg, aufgewachsen ist er in der Hallertau. Trotz erwähnter Bäckerlehre entschloss er sich, seinem eigentlichen Traumberuf nachzugehen: „Ich war schon immer ein sehr gläubiger Mensch und wollte stets in der Kirche arbeiten“, erzählt er über seine Beweggründe, „ich mag es einfach auch, für die Leute da zu sein, wenn sie etwas brauchen.“ Zu seiner Stelle in Neumarkt kam er letztendlich über eine Ausschreibung im Internet. Das Herrichten der lithurgischen Geräte und Gewänder für den Pfarrer, das Beaufsichtigen der Ministranten aber auch hausmeisterliche Tätigkeiten gehören nun zu seinen Hauptaufgaben – in vielen Bereichen sammelte er bereits in seiner Jugend Erfahrungen als Aushilfsmesner und Helfer des Kirchenpflegers. Zuletzt schmückte er in Neumarkt das Gotteshaus für die kommende Osterzeit – zwei breite, lilafarbene Stoffbänder zieren aktuell die Altarfront vom Boden bis unter die Decke.

Als „gewagt“ sahen manche Freunde und Bekannte seine altersuntypische Berufsentscheidung, so Meindlschmidt, letztendlich hätten sie seine Wahl aber alle akzeptiert und sich darüber gefreut. Als nächstes steht der Besuch der oberdiözesanen Mesnerschule in Freising an – Corona sorgte hier für eine Verschiebung seiner Weiterbildung. „Ich möchte diese Arbeit ein Leben lang machen“, erzählt Meindlschmidt – sein Vorgänger bekleidete das Amt rund 22 Jahre.

Durch die Covid-19-Pandemie fanden im letzten Jahr viele Gottesdienste in Bayern nur als Video-Übertragungen statt, auch jetzt setzen einige Gemeinden noch auf Live-Streams – zum Teil als Ergänzung zu Andachten mit Kirchenbesuchern vor Ort. Dass Mesner in Zukunft grundsätzlich mehr Know-How brauchen, um Gläubige auf digitalen Wegen zu erreichen, glaubt Dennis Meindlschmidt jedoch nicht. „Um Gottesdienste als Live-Streams anbieten zu können, haben wir speziell geschulte Experten – ich bin dagegen z.B. für die Bedienung des Beamers zuständig, welcher Liedtexte & Co. in der Kirche projiziert.“ Letztendlich hofft er, dass viele Menschen wieder ihren persönlichen Weg in die Gotteshäuser finden – auch wenn die Lage aktuell noch erschwert ist.

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