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Sonntag, 25 September 2022
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Thomas Kosmehl möchte nach 21 Amtsjahren endlich aufhören…

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…aber ein Nachfolger für das Amt des Pöllinger Vereinsvorsitzenden ist wieder einmal nicht in Sicht

Thomas Kosmehl ist der dienstälteste Vereinsvorsitzende Neumarkts. Nicht weniger als 21 Amtsjahre hat der 56-Jährige insgesamt „auf dem Buckel“. Wieder einmal würde er bei den Neuwahlen im Januar gerne sein Amt zur Verfügung stellen. Wie schon des Öfteren zeichnet sich aber kein Nachfolger ab – das Problem vieler anderer Vereine teilt auch der SV Pölling. Das WOCHENBLATT beleuchtet zusammen mit Thomas Kosmehl die Situation.

Erschwerend kommt 2022 hinzu, dass mit der Familie Willi und Angelika Blank beim SVP die Kassierer aufhören – und auch Zweiter Vorsitzender Josef Kirsch möchte in den wohlverdienten Ruhestand. Und so ahnt Thomas Kosmehl schon jetzt: „Ich wollte eigentlich nur während der Pandemie nochmal aushelfen – aber es wird wohl schwierig, aufzuhören. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden, aber noch nicht fündig geworden. Wenn sich keiner findet, mache ich eben nochmal weiter.“ Dabei hat Kosmehl zuletzt seinen Aufgabenbereich sogar erweitert: „Ich bin jetzt auch Wirt im Vereinsheim“, erzählt er, „habe die Schankprüfung gemacht und stehe hinter dem Tresen.“ Auch mit der Sportheim-Küche hat er keine Berührungsängste: „Ich koche gerne für viele Leute!“ Und so steht beim SV Pölling mittlerweile der Vorsitzende auch in der Küche und am Zapfhahn – ein sicherlich nicht alltäglicher Anblick.

Kosmehl könnte an einen potenziellen Nachfolger einen gesunden Verein übergeben: „Wir stehen gut da, haben keine Altlasten und wollen investieren.“ Das war nicht immer so. Als Thomas Kosmehl Anfang des Jahrtausends schon mal zurücktreten wollte, stand der Verein finanziell schlechter da. Unter der Ägide von Kosmehl ist einiges passiert: Es entstand ein neues Kleinfeld, der C-Platz wurde saniert, das Sprecherhäuschen gebaut, Tribüne und Umrandung am A-Platz installiert, Terrassenanlage und Anbau am Sportheim entstanden, das Flutlicht auf dem Trainingsplatz wurde gebaut, „alles in Eigenleistung der Mitglieder“, betont Kosmehl. Diese schufen auch das Beachvolleyball-Feld, bauten das Dachgeschoß im Vereinsheim aus und sanierten die Kabinen. „Das waren Tausende von ehrenamtlichen Arbeitsstunden“, sagt Kosmehl. Das meiste sei über Spenden finanziert worden. Als einen Höhepunkt der Vereinsgeschichte sieht Kosmehl die Verleihung des Bundes-Ehrenamtspreises, welcher aus seiner Wahl zum Kreis-Ehrenamtssieger und dem Einzug in den „Club der 100“ hervorgegangen war. Nun soll Anfang 2022 die Flutlichtanlage auf LED-Technik umgestellt werden: „Die Voranträge sind gestellt, da gibt es ja auch Förderung.“

Foto: jpl

Thomas Kosmehl liebt eigentlich seinen Job beim SV Pölling: „Der Verein ist für mich Ausgleich zum Tagesgeschäft, hier kann ich abschalten.“ Er ist seit mehr als 30 Jahren selbstständiger Unternehmer und betreibt seit 17 Jahren die „Schornsteintechnik Neumarkt“ – mittlerweile zusammen mit Sohn und Tochter. Kosmehl, in seiner Jugend ambitionierter Rennradfahrer beim ASV Neumarkt, ist – mal umgekehrt – durch seine Frau Angelika zum Fußball gekommen. Sie ist Gründungsmitglied der Damenmannschaft des SV Pölling: „Sie hat schon ein wenig angeschoben“. 1985 kam Kosmehl zum SV Pölling. Mit dem Stadtteil verband ihn bis dahin nur, dass seine Oma dorther kommt.

1989 heiratete er, 1991 war er als Fan beim bis heute legendären Relegationsspiel gegen den TSV Emskirchen in Zirndorf mit dabei, das den ersten Bezirksliga-Aufstieg brachte – und organisierte damals schon den Fanbus. Ein Jahr später war Kosmehl hinter Ernest Lenk zweiter Fußballabteilungsleiter, kümmerte sich parallel um die PR des Vereins. Als Günter Brede nach zehn Jahren als Vorsitzender aufhören wollte, wurde Kosmehl gefragt, ob er nicht dessen Nachfolger werden wolle, zu welchem er 1997 schließlich gewählt wurde. Seitdem ist der eingefleischte Bayern-Fan SVP-Vorsitzender – mit vierjähriger Unterbrechung, als Thorsten Mühlbauer von 2015 bis 2019 das Amt übernahm.

Seit 2000 gibt es das legendäre Jugend-Masters: „Von diesem Turnier lebt der Verein“, sagt Thomas Kosmehl. Nachdem es dreimal in Folge ausfallen musste, will man 2022 unbedingt wieder 92 Jugendmannschaften nach Pölling zum großen Event einladen. Die erste Fußballmannschaft könnte bis dahin in die Kreisliga aufgestiegen sein, diese Hoffnung hat der Vorsitzende zusammen mit dem neuen Trainer Patrick Lehmeier. Auch der Zuspruch in der Jugend sei in Ordnung, hier suche man wie überall fieberhaft Betreuer. Insgesamt sieht es also ganz gut aus bei den Grün-Weißen, trotz Corona-Plage.

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