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Sonntag, 25 September 2022
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Stellenweise „haarige“ Situationen

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Bayerische Friseure zogen in Neumarkt Bilanz der Corona-Monate

„Wir müssen abwarten, wie sich die Geschäfte in dieser Woche entwickeln, wenn ungeimpfte Kunden sich nun nicht mehr kostenlos testen lassen können“, meint Elisabeth Würz, Obermeisterin der Neumarkter Friseurinnung. Nach mehrmonatigen Lockdowns hatten die bayerischen Friseure zwar wieder ihre Kunden begrüßen und unter strengen Hygienemaßnahmen frisieren dürfen, die Erfahrungen aus jüngster Zeit haben aber gezeigt: Wenn sich an den Voraussetzungen für einen Salonbesuch etwas wegen neuer Corona-Regeln ändert, schreckt das auch immer wieder einige Kunden ab. „Besonders Männer schieben dann ihren Haarschnitt noch etwas nach hinten“, ergänzt Würz.

Insgesamt blicken Bayerns Frisurexperten auf eineinhalb Jahre zurück, welche bei einigen Mitgliedern des Landesinnungsverbands zu „haarigen“ Situationen führten. „Neben den finanziellen Verlusten gingen in vielen Bereichen auch Fachkräfte verloren bzw. es konnte durch die Unsicherheiten nicht soviel Nachwuchs wie in den Vorjahren ausgebildet werden“, erklärt Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Beim Treffen von rund 80 Obermeisterinnen und -meistern am Sonntag und Montag im Neumarkter ParkInn standen deshalb klare Forderungen an die Politik im Vordergrund.

„Bereits in den letzten Monaten haben wir viele Gespräche geführt, um deutlich zu machen, dass das Friseurhandwerk als solches sicher ist”, so Kaiser, „wir hatten schon vorher hohe Arbeitsschutzstandards und haben die Hygienekonzepte nun auf die neuen Bedingungen angepasst.“ Auch eine potentielle Erhöhung des Mindestlohns stand auf der Agenda der Tagung. „Es wird vielerorts mehr als der vorgeschriebene Mindestlohn bezahlt“, betont der Landesinnungsmeister, „wenn diese Untergrenze sich für ungelernte Kräfte ändern sollte, hat das aber gerade bei Betrieben, die während der Lockdowns ans Ersparte ranmussten, spürbare Auswirkungen.“

Rund 83.000 Friseurbetriebe gibt es in Deutschland, jedoch nur 53.000 von ihnen gelten offiziell als Betriebsstätten und tauchen in den Umsatzsteuerstatistiken auf. Steuerliche Entlastungen, zum Beispiel eine Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent, wünscht sich die Branche schon länger. Ob sich dieser Wunsch in einer sich abzeichnenden „Ampel-Koalition“ realisieren lässt, ist noch nicht klar. „Es ist schon ein längerer Kampf“, so Kaiser, „aber wir werden ihn weiterfechten.“

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