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Montag, 6 Februar 2023
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Ein Paradies zu Füßen gelegt

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Auf 3000 Quadratmetern sollen interkulturelle Gärten entstehen

Es war kein böses Omen: Die Initiatoren der geplanten interkulturellen Gärten in Neumarkt dürfen darauf vertrauen, dass das Projekt gelingt. Denn während der Presse-Präsentation am LGS-Gelände krähte ein Hahn nicht dreimal, was ja in der Bibel allegorisch das Misstrauen des Petrus beschreibt – sondern glücklicherweise viermal. Diesen tierischen Laut aus einem angrenzenden Hof nahm die städtische Integrationsbeauftragte Rita Großhauser zum Anlass, ins Schwärmen zu kommen: „Es ist der Hammer, wenn die Kinder hier sowas hören – und trotzdem ist dieses Grundstück in der Stadt.“ Genauer gesagt: Im Stadtteil Holzheim, in der Verlängerung der Nelkenstraße in Richtung LGS-Gelände. Das Areal grenzt an kleine Gärten des Holzheimer OGV, der „Maierbacher Schneckenbande“, und an einen Weiher, aus dem später einmal das Wasser zum Gießen entnommen werden soll.

Die Idee des interkulturellen Gartens wurde in Deutschland das erste Mal 1995 in Göttingen realisiert, damals gab man Flüchtlingen aus Bosnien die Chance, mit Harke und Gießkanne tätig zu werden – das gemeinsame Beet-Bearbeiten von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen soll nun auch in Neumarkt im Fokus stehen und den Austausch fördern. Im Gespräch ist das Projekt in der Jurastadt schon seit 2017: Die langjährige Stadträtin Ruth Dorner hatte die Idee, ihr inzwischen verstorbener Ratskollege Rainer Hortolani befasste sich intensiv damit – und nun will dessen Nachfolgerin Rita Großhauser das Projekt federführend verwirklichen.

Das Grundstück steht parat: Die Familie Renate und Georg Kellermann hat der Stadt nicht weniger als 3000 Quadratmeter zur kostenlosen Nutzung überlassen. „Die UPW steht geschlossen hinter diesem Projekt“, sagte Martin Meier, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat, beim Ortstermin. Viele Jahre habe man mit der Ideenfindung verbracht, Rainer Hortolani habe „viel Herzblut“ in die Sache gesteckt.  Als „Zeichen für das Miteinander“ sollen die Gärten ein weiterer Baustein dafür sein, „Neumarkt zu einer noch liebenswerteren Stadt zu machen.“ Auch Ralf Mützel, Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung, und Anna Lehrer, Ansprechpartnerin für Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, sind intensiv mit der Entwicklung des Projekts beschäftigt.

Einen Namen für das „Kind“ müsse man noch finden, so Rita Großhauser, „Interkultureller Garten“ sei bisher nur ein Schlagwort. Als Integrationsbeauftragte habe sie sich die Umgestaltung des Grundstücks zur Herzensangelegenheit gemacht. Auch Walter Laube treibe als Mitglied der Flüchtlingshilfe das Projekt voran. Zunächst einmal sei angedacht, bestimmte Parzellen an Familien auf Zeit zu vergeben, es werden jedoch auch Gemeinschaftsflächen für den gewünschten Austausch entstehen – auch durch die parzellenübergreifende Nutzung von Gartengeräten sollen interkulturelle Bande geknüpft werden.

„Die Familie Kellermann legt uns mit dem Grundstück ein Paradies zu Füßen“, freute sich Rita Großhauser. Als eine der ersten Maßnahmen soll dieses nun von einem Experten begutachtet werden, damit man auch die Gärten passend zur Sonneneinstrahlung anlege: „Wir sind dankbar für jeden Tipp“, so die Integrationsbeauftragte – anschließend müsse man versuchen, die richtigen Fördertöpfe anzuzapfen. Man werde aber nicht „in große fünfstellige Bereiche kommen.“ Schließlich soll viel Eigenarbeit beim Bau der Gärten geleistet werden: „Ich erwarte, dass dann schon mal 40 Leute mit Schaufel und Sieb dastehen“, sagte Großhauser.

Die an dem Projekt Interessierten sollten am besten von Anfang an mitmachen, wünscht sich Ralf Mützel, „wir werden nicht alles erst picobello fertigstellen.“ Und wie jeder Hobbygärtner ohnehin aus eigener Erfahrung weiß, ist in einem Garten der Zustand „picobello“ nur für einen kurzen Moment realisierbar…

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