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Sonntag, 14 August 2022
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Der „Sprit“ für kommende Generationen?

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„E-Fuels for Future“-Kampagne startet in Neumarkt

Erdöl wird im Alltag an so vielen Ecken gebraucht, dass die begrenzten Reserven des Planeten definitiv irgendwann zur Neige gehen werden. Neben der Verwendung bei der Herstellung von beispielsweise Verpackungen oder Kosmetika liefert es aktuell noch den Großteil des „Sprits“ für motorbetriebene Fahrzeuge und spielt auch im Heizungsbereich eine große Rolle. Eine Möglichkeit, die Abhängigkeit der Menschheit von Erdöl zu verringern, ist die Erzeugung von synthetischen Kraftstoffen, sogenannten „E-Fuels“.

Über hundert mittelständische Unternehmen nehmen aktuell an der bundesweiten Kampagne „E-Fuels for Future“ teil – in Neumarkt fiel der Startschuss vor rund zwei Wochen. Die Firma Rödl Energie stellte zusammen mit dem Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen UNITI im Rahmen eines Pressetermins die Aktion vor. Vorrangige Ziele sind es, Autofahrer über die alternativen Kraftstoffe zu informieren und einen Appell an die Politik zu senden, die Weichen für einen stärkeren Einsatz von „E-Fuels“ zu stellen.

Potenziale von synthetischen Kraftstoffen

Anders als herkömmliche, fossile Kraft- und Brennstoffe können E-Fuels klimaneutral hergestellt werden. Mit Hilfe von Strom wird aus Wasser Wasserstoff gewonnen, welcher mit Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu einem Kraftstoff synthetisiert wird. Für den dafür nötigen Energieaufwand kann z.B. in sonnenreichen Regionen Strom verwendet werden, der mit Photovoltaikanlagen erzeugt wurde.

Die entstehenden E-Fuels können aufgrund ihrer flüssigen Form genauso wie herkömmlicher „Sprit“ genutzt und getankt werden – für den Fahrzeughalter ändere sich nichts, so die Initiatoren der Kampagne. „Bei der Nutzung von E-Fuels wird nur die Menge an CO₂ ausgestoßen, die zuvor bei der Herstellung der Atmosphäre entnommen wurde“, erklärt Dirk Arne Kuhrt vom Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen.

Ein weiterer Vorteil: Die bestehende Infrastruktur zum Tanken, Speichern und Liefern könne für die neuen Kraftstoffe weiter genutzt werden. Außerdem seien nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Heizungen mit den E-Fuels betreibbar.

Mehr Technologieoffenheit gefordert

Deutschland hat das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein – dies könnte mit den E-Fuels erreicht werden, so die Meinung der an der Kampagne beteiligten Unternehmen. Laut Stefan Rödl habe die Politik aktuell ihren Fokus jedoch vor allem auf die Förderung der Elektromobilität gelegt.

„Diese Einseitigkeit halten wir für falsch“, so Rödl. Er wünsche sich von der Politik mehr Technologieoffenheit im Bereich Wärme und Mobilität. Denn noch verhindern Gesetze, dass z.B. reine E-Fuels angeboten werden können. Mit dem Drehen an politischen Stellschrauben solle eine Infrastruktur geschaffen werden, bei der synthetische Kraftstoffe den fossilen Alternativen auch preislich „Parole“ bieten können.

Eine Übergangslösung ist nun zunächst, Mischformen von herkömmlichen Kraftstoffen mit synthetisch erzeugten Kraftstoffen anzubieten. Im zweiten Quartal kommenden Jahres soll deutschlandweit in den Avia Tankstellen und bei weiteren teilnehmenden Firmen eine Mischvariante von „fossilem“ Dieselkraftstoff mit 10% E-Fuel-Anteil angeboten werden.

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