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Mittwoch, 29 Juni 2022
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„Konkrete Ansprechpartner gewünscht“: Erste Ergebnisse der Synoden-Umfrage

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(pde) – Rund 700 Personen haben von Anfang März bis Ostersonntag an einer Umfrage zum synodalen Prozess im Bistum Eichstätt teilgenommen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und in der Willibaldswoche Anfang Juli vorgestellt. Ein erster Blick auf die Antworten zeigt, dass die Befragten mit ihren eigenen Bedürfnissen im Glauben von der Kirche wahrgenommen werden möchten.

„Es ist den Menschen wichtig, in der Kirche konkrete Ansprechpartner zu haben, und dass die Kirche den Menschen zugewandt ist“, sagt Domvikar Dr. Thomas Stübinger, der bischöfliche Beauftragte für den synodalen Prozess im Bistum Eichstätt. Es bestehe eine Sehnsucht nach „einem Vorleben des Glaubens im Geiste Jesu und eine Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche von heute“. Damit komme sehr positiv zum Ausdruck, dass Kirche weniger als abstrakte Institution gesehen wird, sondern als stärkende Gemeinschaft im Glauben, wobei die Lebensrelevanz in der Verkündigung weiter auszubauen sei.

Einen hohen Stellenwert messen die Befragten dem Dialog in der Ökumene und auch im gesellschaftlichen Diskurs bei. Hier wird gewünscht, dass die Kirche über den Tellerrand blickt und das Gespräch mit Andersdenkenden und Glaubenden sucht, „nicht nur um selbst den Horizont zu weiten, sondern auch um ‚Salz der Erde und Licht der Welt‘ zu sein“, wie Stübinger sagt. „Die ausgedrückten Erwartungen und Hoffnungen sprechen ehrlich Probleme an, bringen darin aber auch eine echte Sorge um die Zukunft der Kirche vor Ort zum Ausdruck und eine große Liebe zur christlichen Botschaft.“

Mit der starken Betonung der Kirche als ein Ort, an dem der Glaube erlebt, gedeutet und gefeiert wird, bestätigen die ersten Umfrageergebnisse das Bild, das Papst Franziskus sich von einer Kirche der Zukunft erhofft. „Es wäre sicher wünschenswert gewesen, wenn noch mehr Menschen teilgenommen hätten, die der Kirche fern stehen. Es waren doch vornehmlich Menschen beteiligt, die der Kirche näher stehen und in ihr auch schon mitwirken“, stellt Domvikar Stübinger fest. „Diese Hoffnung, die Papst Franziskus mit der Umfrage hegte, wurde noch nicht so stark erfüllt.“ Dennoch sei es ein starkes Zeichen, dass der Papst gerade diese Stimmen ermutigt habe, sich zu Wort zu melden. „Das Projekt Synodalität ist aber zum Glück mit der Umfrage nicht abgeschlossen, sondern geht erst richtig los“, betont Stübinger.

Den Befragten sichert der Synodenbeauftragte zu, dass ihre Wünsche ausgewertet und in weiteren Prozesse, wie etwa dem Strategieprozess in der Diözese Eichstätt, einfließen werden. Viele Antworten seien nicht nur als Information für Rom wichtig, sondern eine wertvolle Hilfe für die Verbesserung der Seelsorge und die Verlebendigung der Kirche vor Ort. Auf der Basis der Umfrageergebnisse erstellt eine diözesane „Arbeitsgruppe Weltsynode“ im Konsens mit Bischof Gregor Maria Hanke eine Zusammenfassung, die zu weiteren Beratungen an die Deutsche Bischofskonferenz geschickt wird.

Unter dem Leitwort „gemeinsam gehen: gläubig – mutig – segensreich. Forum zum synodalen Prozess im Bistum Eichstätt“ werden die Ergebnisse am Sonntag, 10. Juli, bei einer Veranstaltung im Rahmen der Willibaldswoche in der Markgrafenhalle in Schwabach detailliert vorgestellt und analysiert. Dabei soll vor allem mit den neugewählten Pfarrgemeinderäten überlegt werden, welche Handlungsoptionen darin formuliert sind. „Es ist ein erster Schritt, der deutlich macht, dass das Anliegen der Synodalität entscheidend wichtig für die Kirche der Zukunft sein wird“, sagt Stübinger. Bei dieser Veranstaltung soll ganz bewusst ein Zeichen der Wertschätzung den Ehrenamtlichen gegenüber zum Ausdruck kommen: „Mit ihrem Mitwirken in der Kirche geben sie dem Evangelium ihr persönliches Gesicht, indem sie sich mit ihrer Zeit und ihren Begabungen einbringen zum Aufbau der Kirche.“

Der von Papst Franziskus im vergangenen Oktober eröffnete Dialogprozess steht unter dem Motto „Für eine synodale Kirche – Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“. Er dient der Vorbereitung der Vollversammlung der Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom. Der Papst hat die weltweit rund 3.000 katholischen Bistümer eingeladen, ihre bisherigen Erfahrungen mit Synodalität sowie ihre Erwartungen an eine synodale Kirche in die Beratungen einzubringen. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.bistum-eichstaett.de/synode.

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