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Sonntag, 14 August 2022
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Ergebnisse der Umfrage „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“

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Zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai hat die Arbeitsgemeinschaft der Offenen Behindertenarbeit in Neumarkt dieses Jahr zu vielen Aktionen eingeladen. Das Motto das Aktion Mensch e.V. 2021 für den Aktionstag  ausgerufen hatte, lautete: „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“

Diesen „Stimmen“ hat die AG OBA eine Plattform geboten. Auf verschiedenen Wegen konnten Bürger*innen mit und ohne Behinderung, ihre Meinung zum Thema Inklusion in Stadt und Landkreis äußern. Es sollte sichtbar werden, wo Inklusion funktioniert oder wo es noch Barrieren gibt – in allen Lebensbereichen: Wohnen, Arbeit, Schule, Freizeit, Familie, Freundschaft, Bildung/Information.

Neben einem Videoclip mit Statements und Plakaten, die weiterhin an den Litfaßsäulen zu sehen sind, gab es die Möglichkeit an einer Umfrage zur eigenen Wahrnehmung von Inklusion im Sozialraum teilzunehmen.

Nun sind die Fragebögen ausgewertet und die Ergebnisse liegen vor. Insgesamt wurden 72 Fragebögen abgegeben. Die Teilnehmenden waren zwischen 10 und 71 Jahren.

Zur aktuellen Wohnsituation gaben die Teilnehmenden am häufigsten an das sie in einer Wohngruppe oder einem Wohnheim leben würden, gefolgt vom leben in einer eigenen Wohnung, danach in einer Wohngemeinschaft und auch bei den Eltern.

Die meisten Befragten möchten in einer eigenen Wohnung mit ambulanter Betreuung oder in einer betreuten Wohngruppe leben. Leider gibt es nicht ausreichend Plätze oder diese sind für die Betroffenen zu teuer.

Bei der Freizeitgestaltung spielen Medien, vor allem der Fernseher und Musik eine große Rolle. Aber auch Bewegung an der frischen Luft. Sich mit Freunden zu treffen und der Besuch von Veranstaltungen macht ebenfalls einen großen Teil der Freizeitgestaltung aus. Leider ist das nicht immer so möglich wie gewünscht, weil die passende Verkehrsanbindung oder – besonders beim Besuch von Veranstaltungen – die passende Begleitung fehlt oder, auch  oft angeführt,  das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreicht.

Auch der Kontakt zur Familie ist für viele der Teilnehmenden wichtig, kann zum Großteil aber nur am Telefon oder über soziale Medien stattfinden, da die Entfernung teilweise zu groß und die Verkehrsanbindung schlecht oder nicht vorhanden ist. Flexible Fahrdienste werden als Lösung gewünscht.

Knapp zwei Drittel der Befragten sind in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung tätig, viele wünschen sich jedoch eine Beschäftigung auf dem „echten“ Arbeitsmarkt. Nur zwei der Befragten haben angegeben, eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu haben. Als Hürden wurde hauptsächlich genannt, dass die eigene Belastbarkeit nicht ausreicht, aber auch, dass es nicht leicht sei, einen behindertengerechten Arbeitsplatz zu finden. Eine barrierefreie Gestaltung sowie unterstützende Begleitung könnten hier laut der Befragung Abhilfe schaffen.

Zugang zu Informationen, Nachrichten und Bildung erhalten die Befragten hauptsächlich über das Fernsehen, aber auch durch Internet und Zeitungen. Allerdings sind viele Informationen für Menschen mit Behinderung nicht verständlich und zu schwierig formuliert. Ein Informationsangebot in einfacher Sprache wäre wünschenswert. Viele der Befragten würden außerdem gerne an Kursen und Schulungen teilnehmen, benötigen hierfür aber Hilfestellung und kostenfreie, passende Bildungsangebote.

Insgesamt waren viele der Befragten dankbar, ihre Meinung äußern und vielleicht ihre Umwelt dadurch mehr mitgestalten zu können. Auch wenn Forderungen wie „Mehr Barrierefreiheit in Wohnungen und Geschäften“ oder „Mindestlohn in Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ geäußert wurden, gab es auch zahlreiche positive Stimmen. Nicht jeder ist unzufrieden mit seiner Situation. Dennoch gibt es viel zu tun.

Die AG OBA wird die Ergebnisse der Befragung in ihrer weiteren Arbeit berücksichtigen. Das Ziel ist die gewonnen Erkenntnisse für einen nachhaltigen Prozess  zu nutzen, der die angesprochenen Hindernisse und benannten Lösungsansätze aufgreift.  Wir hoffen außerdem, dass auch andere Akteure wie Stadt und Landkreis sowie Geschäfte und Veranstalter sich die gewonnenen Erkenntnisse zu Nutze machen um identifizierte Barrieren zu beseitigen. Die AG OBA steht allen sehr gerne als beratende Kooperationspartnerin zur Seite.

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