Die Magie des gefüllten Schaufensters

Die Magie des gefüllten Schaufensters

Ulrich Badura

Leerstehende Schaufenster sind in Innenstädten und Ortskernen aktuell keine Seltenheit – mag der Rest einer Einkaufsstraße noch so belebt und interessant sein, zugehängte Fensterscheiben fallen meist negativ im Gesamtbild auf. In der Neumarkter Klostergasse setzt man deshalb bereits seit rund einem Jahr auf das Konzept sogenannter Pop-Up-Stores. Freiwerdende Ladenflächen werden – auch wenn sich der nächste langfristige Mieter womöglich schon angekündigt hat – in der Übergangszeit mit „Kurzzeit-Angeboten“ gefüllt. In der Klostergasse 7, wo bis vor kurzem ein Reisebüro zu finden war, sollen sich ab 12. April im Drei-Wochen-Takt kreative Geschäftsleute die Ladenschlüssel in die Hand geben. Dabei teilen sich bis zu 3 Unternehmer die 60 Quadratmeter große Fläche und präsentieren ihre Angebote unter einem gewissen Motto. In der ersten Phase bieten zwei Kunsthandwerker dekorative Hinkucker für Haus und Garten, ab 2. Mai stehen unter dem Motto „Herzenssachen“ dann Designer im Fokus, welche z.B. gebrauchten Gegenständen neues Leben einhauchen oder besondere Momente eines Menschen in einem individuellen Schmuckstück verewigen. In den Wochen bis zum 6. Juli geht es dann um die Themen „Wohnen mit Stil“ und „Schönes zum Wohlfühlen“.

„Das 3-Wochen-Intervall hat sich als optimal erwiesen“, erklärt Citymanager Christian Eisner von Aktives Neumarkt, „in diesem Zeitraum können sich Geschäftsleute mit einem eigenen Laden ausprobieren und Interesse für die eigenen Produkte wecken, auf der anderen Seite haben Passanten durch die regelmäßigen Wechsel immer wieder etwas Neues zu entdecken.“ Nur wenige Meter weiter darf man sich von einem Baugerüst nicht abschrecken lassen: In der Gerichtsgasse 1 werden vom 2. Mai bis 15. Juni dann drei verschiedene Anbieter ihre Konzepte präsentieren, darunter ein junger Modemacher, eine diakonische Einrichtung und eine Künstlerin, welche Neumarkt einlädt, auf großen Flächen selbst malerisch tätig zu werden und für Kinder ein Ferienprogramm anbietet. Für alle, die in den kommenden Monaten die Pop-Up-Stores mit Leben füllen, hat Christian Eisner übrigens einen Tipp: Während leerstehende Schaufenster wie anfangs erwähnt ein negativer Hingucker sind, erzeugen geschickt gestaltete Schaufenster Neugier und ziehen Innenstadtpassanten erfahrungsgemäß spontan in den Laden.