Globalisierung & Digitalisierung

Globalisierung & Digitalisierung

Susanne Weigl

Die Zeiten von Schiefertafel und Kreide sowie der Telefonapparate mit Wählscheibe sind längst vorbei. Internet und soziale Medien sind gesellschaftsfähig und Informationen jeglicher Art sind zeitgleich auf dem ganzen Erdball verfügbar. Und auf diesen beiden Themen, Digitalisierung und Globalisierung, lag der Fokus des Festvortrages von Professor Dr. Norbert Lammert beim CSU-Neujahrsempfang im Museum für Historische Maybach-Fahrzeuge. Nach einer mehr als vier Jahrzehnte dauernden aktiven Zeit in der Bundespolitik und als ehemaliger Bundestagspräsident (von 2005 bis 2017) ist Lammert heute ein gefragter Vortragsredner. Gleich zu Beginn zitierte der Gast aus Nordrhein-Westfalen einen französischen Publizisten: „Die Globalisierung ist für die Politik und Wirtschaft ungefähr das, was die Schwerkraft für die Physik ist. Man muss sie nicht mögen, aber es empfiehlt sich sehr, sich darauf einzulassen“.

Europäische Bevölkerung schrumpft

Auf Einladung des CSU-Kreis- und Stadtverbandes war der erfahrene Politiker nach Neumarkt gekommen. Mehr als 300 geladene Gäste verfolgten seinen Streifzug durch die deutsche Geschichte, von der Entstehung der Verfassung bis hin zur aktuellen politischen Weltlage. „In den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten werden vier Milliarden Chinesen und Inder auf unserem Globus leben“. Dass sich diese wohl kaum an Empfehlungen von 500 Millionen Europäern orientieren, welche derzeit lediglich einen Anteil von 7 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, scheint klar.

Im Anschluss an seine knapp einstündige Rede überließ der 70-Jährige das Rednerpult Albert Füracker. Der Finanzminister lobte vor allem die bayerischen Steuerzahler, ohne deren Abgaben er wohl arbeitslos wäre. Beim Thema Brexit wagt Füracker eine Prognose: „Ich hoffe, dass sich Great Britain nicht zu Little
England entwickelt. Ich habe da die eine oder andere Wette laufen, dass Großbritannien zum Schluss da bleibt, wo es ist, und zwar in der Europäischen Union“.