Chronist jüdischer Geschichte

Chronist jüdischer Geschichte

Seit Donnerstag vergangener Woche ist der Platz zwischen dem „Schreiberhaus“ in der Bräugasse und dem Rathaus IV in der Fischergasse offiziell nach Dr. Magnus Weinberg benannt. Dieser war 1895 Distriktsrabbiner von Sulzbürg und in dieser Funktion auch für die jüdische Gemeinde in Neumarkt zuständig. Als er 1910 mit seiner Familie in die Jurastadt zog, wurde auch der Sitz des Rabbinats Sulzbürg verlegt. Dr. Weinberg gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Historischen Vereins für Neumarkt und Umgebung und betreute dessen Archiv von 1920 bis 1926. Zudem veröffentlichte er als Autor mehrere Bücher zur Geschichte der Juden in der Oberpfalz. Nachdem er einige Jahre in Würzburg gelebt hatte, wurde Dr. Magnus Weinberg 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er ein Jahr später starb.

Die Platzbenennung hatte der Bau-, Planungs- und Umweltsenat der Stadt Neumarkt im Juli 2018 beschlossen, auf Anfrage der hiesigen Initiative „Stolpersteine“ und des Historischen Vereins Neumarkt. Vor der Zeremonie fand im Rathaus IV ein Festvortrag statt, der Leiter des Archivs des Jüdischen Museums in Berlin, Dr. Aubrey Pomerance, gab einen Überblick über Leben und Wirken des Rabbiners. Im Stadtmuseum ist aktuell auch eine Ausstellung zu Dr. Magnus Weinberg zu sehen.