Morgen, Kinder wird’s Watt geben

Morgen, Kinder wird’s Watt geben

Ulrich Badura

Es ist ein handelsüblicher Joystick, wie ihn Computerzocker seit Jahrzehnten für Rennspiele & Co. benutzen. Bei Benjamin Gerber wirkt sich ein Zug am Steuerknüppel aber nicht nur auf dem Monitor aus, sondern auch daneben: „Fritzi“ bewegt seinen Mund. Hinter dem Namen verbirgt sich ein etwa 1,20 Meter hoher Weihnachtswichtel, welcher in dieser Saison die Attraktion der Illuminationsshow von Familie Gerber ist. Eine Reihe von Servomotoren lässt den Mund auf- bzw. zuklappen und bewegt den Kopf sowie die Hände. Mit einem speziellen Computerprogramm kann Benjamin Gerber Animationsabläufe aufzeichnen, die dann synchron zur Musik abgerufen werden – und passend zu den Beleuchtungseffekten, welche in der Adventszeit das Haus der Familie in Neumarkt-Woffenbach zu einem Hinkucker machen.

„Schon vor rund 30 Jahren hat mich Weihnachtsbeleuchtung fasziniert“, erzählt Vater Fritz Gerber. Mit dem dreiflammigen Kerzenleuchter im Fenster gab er sich jedoch nicht zufrieden, aktuell schmücken rund 100.000 Lichter das Eigenheim. Im Lauf der letzten 10 Jahre baute die Familie eigens entworfene Dekorationsmotive und verwendete zur Illumination professionelle LED-Technik, wie sie auch in Einkaufszentren zum Einsatz kommt. „Wir haben mit der Zeit viel gelernt“, resümiert Gerber, „früher haben wir Bauteile z.B. noch vernietet, inzwischen verschweißen wir sie für bessere Stabilität.“ Beim ersten Einsatz vor vier Jahren wurde Wichtel-Roboter „Fritzi“ auch noch mit Luft betrieben, dies ließ aber nur träge Bewegungen zu. Die Entwicklungen der Technik kommen Familie Gerber zu Gute: LED-Elemente bieten mehr Möglichkeiten für musik-synchrone Lichtshows mit Farbwechseln und senken zudem die Stromrechnung: „Im Dezember ist die etwa 500 Euro höher“, bilanzieren die Tüftler, „mit den herkömmlichen Glühbirnen früher waren es schon mal 2000 Euro.“ Die Premiere ihrer aktuellen Winter-Präsentation wurde am Samstag mit vielen Zuschauern gefeiert.

Nicht jeder in der Nachbarschaft freute sich in der Vergangenheit über das Lichtspektakel, weshalb die Gerbers nur noch alle zwei Jahre ihr Haus illuminieren. Während die programmierte Show an vier Abenden in der Woche zweimal über die Bühne geht, werden aus Rücksicht auf die Umgebung die bunten Lichter ab ca. 21 Uhr abgeschaltet. Mit einem Knopfdruck gibt es dann eine Stunde lang noch das, was Petrus seit Jahren nicht liefert: „Weiße Weihnachten“.

Shows am Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils 18 und 19 Uhr