Zwangspause auf dem Wasserweg

Zwangspause auf dem Wasserweg

Ulrich Badura

Seit Dienstag dieser Woche bis voraussichtlich 30. April heißt es am Main-Donau-Kanal temporär "Kein Schiff wird kommen". Fünf Schleusen werden entlang der Wasserstraße trockengelegt und umfangreich gereinigt bzw. instandgesetzt, u.a. die Schleuse in Dietfurt. Aber auch an vielen anderen Anlagen des 171 km langen Main-Donau-Kanals werden Wartungsmaßnahmen und Inspektionen durchgeführt, damit sie weiterhin betriebssicher sind.

Die Sperrung des Kanals hat man bereits vor zwei Jahren mit der Binnenschifffahrt abgesprochen – um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, herrscht bei den Maßnahmen ein enger Zeitplan, welcher nur mit großem Personalaufwand eingehalten werden kann. Nach offiziellen Zahlen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nürnberg (WSA) arbeiten insgesamt 370 Spezialisten über die gesamte Kanallänge an 30 Anlagen, darunter Fachleuchte für Stahlwasserbau, Betonkonstruktionen sowie Nachrichten- und Elektrotechnik. Taucher, Autokräne und ein Spezialarbeitsschiff des WSA Nürnberg ermöglichen die technisch komplexen Maßnahmen, welche rund 5,5 Millionen Euro kosten.

Wer während der laufenden Arbeiten dem Kanal einen Besuch abstattet, bekommt ungewöhnliche Eindrücke zu sehen – so zeigt z.B. erst eine trockengelegte Schleuse, wie tief solche Bauwerke in Wirklichkeit sind. In den "Ritzen" der Kammerwände sammeln sich im Lauf eines Jahres Tonnen von Schlamm und Unrat an, welche von Arbeitern "händisch" entfernt werden müssen. Diese müssen darauf vertrauen, dass die vor den Schleusentoren installierten Trennmauern dicht sind und die Millionen Liter Wasser im Rest des Main-Donau-Kanals zuverlässig von ihrem Arbeitsplatz fernhalten.