Der Herr Karl

Herbert Müller
Herbert Müller

Die erste Veranstaltung “Literatur auf den Kanapee” in der Buchhandlung Müller in der Klostergasse im neuen Jahr: Der Herr Karl.

Ein Monolog von Helmut Qualtinger und Carl Merz - gelesen von Herbert Müller.

Zur Erinnerung an den Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.

Das "Raunzen", einmal liebenswürdig und selbstzufrieden, dann wieder hintergründig und ein wenig bösartig, gehört seit Jahrhunderten zu den Eigenschaften Wiener Bühnenfiguren. Was Johann Nestroy im 19. Jahrhundert vormachte, haben Autoren und Theaterleute im 20. Jahrhundert aktualisiert. So steht der "Herr Karl" von Helmut Qualtinger ganz in der Nähe des "Josef Bieder" von Otto Schenk. Dieser räsonniert über das Theater, jener über die Zeitenläufe im Allgemeinen. So ist es eigentlich nur logisch, dass Herbert Müller, der vor einigen Jahren den "Josef Bieder" spielte, nun mit einer Lesung des "Herrn Karl" auftritt.

Dieser "Herr Karl" ist ein zumeist unwirscher Geschäftsdiener in einem Delikatessenladen, in dem es nur Dosen gibt. Ihm ist nichts recht und er hält sich aus allem heraus. In Qualtingers Solostück erzählt er seine Lebensgeschichte, die Geschichte eines opportunistischen Mitläufers, der sich im wechselhaften Gang der österreichischen Geschichte vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu den 1950er Jahren durchs Leben manövriert hat. Das Heraushalten ist sein Markenzeichen, das ihn unter anderem auch zu einem der vielen Mitläufer Hitlers gemacht hat und ihn nicht daran hindert, in den 50-er Jahren den neuen Besatzungsmächten "dienlich zu sein". Der hintergründige Humor des Stückes machte den "Herrn Karl" nach seiner Uraufführung 1961 auf einen Schlag berühmt.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 25.01.18 um 19:30 Uhr in der Buchhandlung Müller (Klostergasse 17, Neumarkt) statt. Karten sind sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse erhältlich.