Rückenfit an der frischen Luft

Rückenfit an der frischen Luft

„Ich hab Rücken“, sagt der Mitt-Dreißiger entschuldigend und lehnt sich für den Rest des Gesprächs kurzerhand an der Zimmerwand an… Szenen wie diese sieht man in den letzten Jahren häufiger, denn Probleme im „hinteren“ Körperbereich sind längst nicht mehr nur eine Sache der Ü50-Generation: Rückenschmerzen zählen zu den größten Volkskrankheiten – und das unabhängig von Alter, Bevölkerungsschicht oder Berufsgruppe. Einer aktuellen Umfrage der Aktion „Gesunder Rücken“ zufolge geben 70 Prozent von 1000 Befragten an, mindestens einmal im Monat unter Rückenschmerzen zu leiden. Rund zwei Drittel fühlen sich durch ihre Schmerzen in der Lebensqualität eingeschränkt.

Auch wenn die Ursachen für die Beschwerden oft harmlos sind, sollten Rückenschmerzen behandelt werden. "Wichtigster Baustein dabei ist ausreichend Bewegung", so Detlef Detjen von der Aktion Gesunder Rücken. Werden Muskeln und Gelenke bewegt, wirkt das wie eine kleine Massage. Verspannungen werden gelockert, die Durchblutung wird angeregt und die Schmerzen lassen in vielen Fällen nach. Die Schonhaltung, also das Vermeiden von Bewegungen oder Körperpositionen, kann die Schmerzen dagegen noch verstärken. Besonders förderlich ist laut Medizinern die Bewegung an der frischen Luft: Der Stoffwechsel wird angeregt, der Blutdruck sinkt langfristig, die Produktion des Schlafhormons Melatonin wird reguliert und die Bildung von Glückshormonen gefördert. Entscheidend ist dabei nicht zwingend die Intensität der Bewegung. Ob ein Spaziergang, Radfahren, Nordic Walking, Inline-Skaten, Kanufahren oder eine Partie Golf - durch regelmäßige Aktivität lassen sich nicht nur Rückenschmerzen lindern, sondern Bewegung ist auch die beste Vorbeugung.

Zur Aufklärung und Motivation Betroffener aber auch zur Prävention wurde der „Tag der Rückengesundheit“ ins Leben gerufen. Dieser findet am 15. März bereits zum 17. Mal bundesweit statt. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e.V., in den einzelnen Regionen gibt es dazu verschiedene Programmangebote von Einrichtungen und Dienstleistern im Medizin- und Orthopädiesektor.