Auch nach 500 Jahren noch für Überraschungen gut

Auch nach 500 Jahren noch für Überraschungen gut

Wenn die Wolfsteiner zum Turnier riefen, dann kamen edle Recken, holde Maiden und das gemeine Volk von nah und fern. Tatsächlich ist das alte Geschlecht dafür bekannt, in den 1480er-Jahren nicht nur erfolgreich an ritterlichen Wettbewerben teilgenommen zu haben, sondern auch als Veranstalter solcher Turniere für eine Belebung der Region gesorgt zu haben.

Mit der Entwicklung dieser mittelalterlichen „Groß-events“ und der Historie von Wappen beschäftigt sich das neue Buch der Wolfsteinfreunde, welches am Freitag vergangener Woche bei einem Pressetermin vorgestellt wurde. An der Burgruine präsentierte der Verein das Werk von Autor Robert Giersch, welches in einer Auflage von 200 Exemplaren bei Foto Stegmeier, an der städtischen Touristinfo und auf der Online-Seite der Wolfsteinfreunde erhältlich ist. Das Buch ist bereits die dritte Veröffentlichung des Vereins, weitere sind nicht ausgeschlossen. „Wer sich mit der Historie der Burgruine Wolfstein oder der namensgebenden ‚Familie‘ beschäftigt, der bekommt immer wieder neue Erkenntnisse“, so Vereinsvorsitzender Jochen Wittmann – selbst bei der Recherche zu anderen Geschichtsthemen stoße man regelmäßig auf Hinweise, die mehr über das Geschlecht verraten, welches die Region rund um Neumarkt im Mittelalter stark prägte.

Es gibt historische Dokumente, welche nahelegen, dass die Burgüberreste hoch über der Jurastadt in diesem Jahr ihr 950-jähriges Bestehen feiern dürften. Dass andere Quellen, welche die Historiker gerade unter die Lupe nehmen, abweichende Daten liefern, fällt aktuell weniger ins Gewicht: Die für Sommer 2020 geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten können aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin nicht wie vorgesehen stattfinden. Der Verein prüft aktuell, inwiefern einige der Programmpunkte auf nächstes Jahr verlegt werden können. Womöglich gibt es bis dann auch Fortschritte bei einem schon länger angedachten Projekt: An der Burgruine wollen die Wolfsteinfreunde eigentlich ein Mehrzweckgebäude errichten, das u.a. eine ansprechende Präsentation der örtlichen Historie erlaubt. Die zugehörigen Unterlagen warten derzeit auf ihre Bearbeitung beim Bauamt.