,,Mama, ich will ein Pferd…“

,,Mama, ich will ein Pferd…“

Besonders auf der Wunschliste kleiner Mädchen steht es nach wie vor ziemlich weit oben: Das eigene Pferd. So waren beim diesjährigen Rossmarkt zahlreiche Familien unter den Zuschauern, in denen das Thema bereits mehr als einmal vom Nachwuchs auf den Tisch gebracht wurde. Und natürlich keimte der Wunsch hier und da wieder lautstark auf, als 106 festlich geschmückte Pferde am Publikum vorbeizogen – begleitet von jenen, die am besten wissen, wie viel Arbeit mit den Tieren verbunden ist.

Wer sich unter den Rosserern umhört, merkt: Der Großteil begrüßt es durchaus, wenn Kinder sich für Pferde interessieren und eine verantwortungsvolle Beziehung zu ihnen aufbauen. Diese sollte jedoch nach Ansicht vieler Pferdebesitzer nicht gleich mit einem eigenen Tier beginnen – zu groß ist der Aufwand, welcher mit regelmäßiger Pflege und Ausritten verbunden ist, von den Kosten für Futter, Stall und eventuelle Tierarztbehandlungen ganz zu schweigen. Der Anschaffungspreis für untrainierte Tiere beginnt bei rund 1.500 Euro, kann aber – abhängig von Rasse und Ausbildungsgrad – schnell auf 5.000 Euro oder mehr ansteigen. Viele erfahrene Rosserer kennen zudem das oft gehörte Lied von „Mama, ich will ein Pferd“, dessen zweite Strophe nicht selten „Mama, kannst Du heute mal das Pferd striegeln?“ lautet. Die große Verantwortung, welche selbst mit kleinen Ponys einhergeht, ist nicht zu unterschätzen. Die positiven Auswirkungen, welche ein Vierbeiner auf die Charakterentwicklung eines Kindes haben kann, aber auch nicht – laut zahlreichen Medizinern fördert Reiten zudem den Kreislauf und die Herzfunktion von Zweibeinern.

Der Rat vieler Rosserer in Berching: Wer den Wunsch des Nachwuchses nach dem eigenen Pferd erfüllen möchte, sollte klein anfangen – z.B. mit regelmäßigem Reitunterricht oder sogenannten Reitbeteiligungen, bei denen sich mehrere Partner die Betreuung eines Hufträgers teilen. Wenn sich dabei nach einiger Zeit herausstellt, dass das Kind auch auf längere Sicht Lust hat, Verantwortung zu übernehmen, kann man das Projekt „eigenes Pferd“ näher ins Auge fassen.

Am diesjährigen Berchinger Rossmarkt lag der Fokus neben den Tieren auch wieder auf der politischen Prominenz. Dieses Jahr hielt Innenminister Joachim Herrmann die Festrede und sprach sich vor den mehr als 10.000 Besuchern unter anderem für eine traditionelle bayrische Landwirtschaft aus. Auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker sowie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger waren zur Kundgebung angereist. Proteste gab es vor Ort gegen geplante Stromtrassen in der Region.