Bei Alexia stimmt der Sound

Bei Alexia stimmt der Sound

Erst seit rund drei Wochen ist das Alter von Alexia Nedelcu zweistellig – ihren bislang größten sportlichen Erfolg errang sie Mitte Januar sogar noch als Neunjährige: Beim ersten Turnier der Deutschen Badminton-Rangliste in Illmenau setzte sich die gebürtige Rumänin ohne Spiel- und Satzverluste gegen ihre Gegner durch – somit ist die Wahl-Neumarkterin aktuell die beste deutsche Spielerin des Jahrgangs 2010.

Vor rund zwei Jahren kam Alexia mit ihrer Familie nach Deutschland, die Eltern – beide passionierte Badminton-Spieler – vererbten ihr quasi die Lust auf den Sport mit den federleichten Bällen. Heribert Schreglmann, der Abteilungsleiter vom TSV Wolfstein, wurde bei einem Turnier in Nürnberg auf das junge Talent aufmerksam, welches zu dieser Zeit noch bei einem anderen Verein spielte. Er nahm Alexia unter seine Fittiche und trainiert nun mehrmals die Woche mit ihr. „Die Familie unterstützt die sportliche Karriere sehr“, betont Schreglmann, „die Trainingseinheiten stehen an erster Stelle, nicht etwa Feiern oder Urlaube.“ Dennoch wirkt die Zehnjährige nicht wie ein Mädchen, dem man die Badmintonlaufbahn aufzwingt – beim „Spontanturnier“ mit Reporter Ulrich Badura im Neumarkter Turnerheim wirkt sie trotz der jüngsten Erfolge immer wieder kindlich verspielt. „Es macht Spaß, Medaillen und Pokale zu bekommen“, verrät Alexia, „aber wenn ich verliere, weine ich auch manchmal.“ Dass sie nicht erst seit gestern am Netz agiert, merkt man nicht nur beim Hinsehen, sondern auch beim reinen Hinhören: Selbst komplizierte Bälle trifft die Zehnjährige so akkurat, dass ein sattes „Plopp“ durch die Halle tönt – bei Amateuren klingt der Schlag zu oft nach halbseidenen Zufallstreffern oder Begegnungen des Balles mit dem Schlägerrahmen.

Trotz ihres zarten Alters hat die Schülerin in den letzten Monaten schon zahlreiche Städtetrips erlebt – alle zwei bis drei Wochen fährt sie mit Heribert Schreglmann zu Turnieren, welche sie unter anderem bereits nach Berlin und Hamburg führten. Einen Teil der Karriere-Verantwortung hat der Förderer vom TSV Wolfstein inzwischen an den Landestrainer in Nürnberg abgegeben – zuletzt wurde Alexia in den U13-Bayernkader berufen. Aktuell scheint sie Schule und Sport gut vereinbaren zu können – die Aufsätze passen, die Aufschläge erst recht. Über die weitere Laufbahn der zierlich-quirligen Badminton-Hoffnung will Schreglmann nur ungern spekulieren: „Ein derart großes Talent hatten wir noch nie…“