Eins und Null trifft Eins mit Sternchen

Eins und Null trifft Eins mit Sternchen

Ulrich Badura

Zumindest für einige Oberstufenschüler am Neumarkter Ostendorfer Gymnasium hat das klassische Schreibheft mit Stift ausgedient – nach Absprache mit ihren Lehrkräften haben sie die offizielle Erlaubnis, ihre Mitschriften im Unterricht mit iPads anzufertigen. „In einer Welt, in der nicht nur die junge Generation mit der Digitalisierung in vielen Lebensbereichen konfrontiert ist, muss die Schule dieses Thema aktiv aufgreifen“, betont Holger Sixt, Mitarbeiter der Ostendorfer-Schulleitung. Am 20. November soll im Rahmen des Kongresses „digilOG“ eine Grundsatzfrage im Fokus stehen: Wie digital kann bzw. sollte Schule in den nächsten Jahrzehnten werden?

In über 20 Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden werden dabei verschiedene Aspekte aufgegriffen – von Tablets als Unterrichtshilfsmittel über Spieleprogrammierung bis hin zu Themen wie Urheber-
rechte und Datenschutz im Internet. Das Angebot richtet sich dabei an alle drei Zielgruppen, welche mit Schulen zu tun haben: Schüler, Eltern und Pädagogen. „Wir haben z.B. durch Fortbildungen Lehrer anderer Schulen kennengelernt, welche beim Kongress nun über ihre erfolgreichen Pilotprojekte berichten“, erklärt Holger Sixt, „in anderen Seminaren werden Ostendorfer-Schüler selbst zu Referenten und berichten authentisch über Cyber-mobbing unter Jugendlichen oder Radikalisierung im Internet.“ Viele Programmangebote widmen sich nicht nur der modernen Technik, sondern auch der Frage, wie diese genutzt werden darf oder sollte. „Für jede technische Neuerung muss im Grunde der ethische Umgang gesellschaftlich ausgelotet werden“, so Sixt. Ein gutes Beispiel sind moderne Smartphones: Die Klassenkameraden auf einer ausgelassenen Party zu fotografieren, ist  für die junge Generation meist keine technische Herausforderung – die Frage, ob die Bilder im Internet veröffentlicht werden sollten, wird aber in manchen Fällen aber zu spät gestellt. Hier kommt den Schulen und den Erziehungsberechtigten eine richtungsweisende Rolle zu – wobei nach Erfahrung der Ostendorfer-Pädagogen unter Eltern die Meinungen weit auseinander gehen, wie sehr der Nachwuchs der omnipräsenten Digitalwelt überhaupt ausgesetzt sein sollte.

Veranstaltet wird der Kongress „digilOG“ vom Verein der Freunde des Ostendorfer Gymnasiums e.V., auf dessen Homepage (www.og-freunde.de) Anmeldungen für unterschiedliche Workshop-Schienen möglich sind. „Bei der Veranstaltung werden sich auch Firmen aus der Region präsentieren“, erklärt Vereinsvorsitzender Mario Bommersbach, „gerade den Schülern soll auch gezeigt werden, welche Rolle Digitalisierung in der hiesigen Wirtschaft bereits spielt.“