Widerstand gegen Stromtrasse durchs Sulztal und das „Landl“

Widerstand gegen Stromtrasse durchs Sulztal und das „Landl“

Gut 150 Bürgerinnen und Bürger aus den Orten Greißelbach, Wangen, Wappersdorf und Weihersdorf waren am Donnerstag vergangener Woche der Einladung gefolgt, eine Bürgerinitiative gegen den Bau der Stromtrasse „P53“ im Sulztal zu gründen. Während der genaue Verlauf noch nicht feststeht, wurden vom Netzbetreiber TenneT bereits Korridore vorgeschlagen, in denen zahlreiche Landkreisgemeinden tangiert werden könnten.

Grundtenor bei der Veranstaltung: Man wolle die Leitung nicht etwa von der eigenen Gemeinde in die Nachbarschaft „abdrängen“, sondern gar nicht realisiert sehen – denn nach den Einschätzungen zahlreicher Anwesender sei diese überhaupt nicht nötig. Sie diene – so vermutete mancher – lediglich dazu, Kohle- oder Atomstrom aus dem Ausland quer durch Deutschland zu transportieren.
Laut Netzbetreiber TenneT sei die Leitung zwischen einem Umspannwerk im Landkreis Fürth und dem Umspannwerk Altheim im Landkreis Landshut ein wichtiges Projekt, um Bayern in Zukunft mit nachhaltig erzeugtem Strom zu versorgen und einen weiteren Ausbau dezentraler Anlagen zur ermöglichen. Mit dem Bau soll eine alte Trasse ersetzt werden, welche seit den 1940er Jahren in Betrieb ist und stellenweise auch durch Landkreisgemeinden verläuft – dabei könnten einige an die Masten herangewachsene Wohngebiete entlastet werden.

Auf dezentralere Versorgung pochten viele Trassengegner bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative – sowohl auf bestehende Möglichkeiten im Landkreis Neumarkt solle zurückgegriffen werden als auch auf stillgelegte Gaskraftwerke im Raum Ingolstadt oder die Stromerzeugung durch Wasser an Stauseen. Bayern habe diesbezüglich viele Möglichkeiten, welche aktuell nicht genutzt würden, aber reaktiviert werden könnten.

Der Hinweis, dass der Landkreis Neumarkt 70 Prozent seines benötigen Stroms dezentral und nachhaltig vor Ort erzeugt, wurde als Argument ins Feld geführt. Bei Windflaute oder Sonnenmangel benötige zwar auch der Landkreis Neumarkt noch Energiezulieferungen umliegender Regionen, doch dies könne man durch eine Verstärkung der dezentralen Energieerzeugung und -speicherung in den Griff bekommen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative wünschen sich auch, daß andere Landkreise und Bundesländer selbst mehr in regenerative Energieerzeugung investieren würden.