Europäisches Naturschutzgebiet in Gefahr

Europäisches Naturschutzgebiet in Gefahr

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) weist mit einer aktuellen Presseinformation darauf hin, dass eines der letzten Refugien der Gelbbauunke – einer vom Aussterben bedrohten Lurchart – in unserer Region akut bedroht ist. Die Amphibienart lebt in kleinen und kleinsten Gewässern. In der freien Natur selten geworden, finden sich solche Flächen noch im ehemaligen Steinbruch bei Langenthal in der Gemeinde Berg. Durch den Tagebau in früheren Jahren sind dort viele Löcher und Mulden entstanden, die sich mit Wasser gefüllt haben. Sie sind idealer Lebensraum der Gelbbauunken. Deshalb wurde der Steinbruch vom Freistaat Bayern als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gemeldet und ist seitdem besonders geschützt.

Aber die Realität sieht leider anders aus: Obwohl der Eigentümer des Geländes die Zufahrtsstraßen abgesperrt hat und versucht, mit zusätzlichen Hindernissen den Zugang zu erschweren, tummeln sich auf dem Gelände offenbar regelmäßig Motocrossfahrer und Quadfahrer in großer Zahl. Die Halden und Hänge sind von tiefen Furchen durchzogen. Auf die Natur nehmen diese „Freizeitsportler“, die sich übrigens illegal in dem Gelände aufhalten, keinerlei Rücksicht.

Der LBV hält diesen Zustand für untragbar und fordert die zuständigen Stellen am Landratsamt Neumarkt bzw. bei der Regierung der Oberpfalz auf, aktiv zu werden. Nach Ansicht des LBV müsste das Gelände ringsum wirksam abgesperrt werden.

Der LBV wünscht sich, dass die Naturschutzbehörden die Initiative ergreifen und einen „Runden Tisch“ mit dem Eigentümer, den Naturschutzverbänden und gegebenenfalls der Gemeinde Berg einberufen, um dem europäischen Naturschutzrecht endlich Geltung zu verschaffen. Die Behörden sollten dabei den Eigentümer unterstützen und die Öffentlichkeit informieren. Außerdem sollte ein Schutz- und Pflegekonzept für das Gebiet entwickelt werden. Ansonsten droht der Schutzzweck, nämlich die Erhaltung der Gelbbauchunken, buchstäblich unter die Räder zu geraten.