In zwei Jobs immer am Ball

In zwei Jobs immer am Ball

Ulrich Badura

An drei Tagen in der Woche fährt Benedikt Thier nach Feierabend nicht nach Hause, sondern zu seinem zweiten Arbeitsplatz. Dieser liegt von seinem Schreibtisch bei den Neumarkter Stadtwerken, wo er als Teamleiter für die Weiterentwicklung der Versorgungsnetze zuständig ist, nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt – anstelle von Büroteppich gibt es hier strapazierbaren Rasen unter den Füssen. Seit Herbst letzten Jahres ist Thier Cheftrainer der ersten Herrenmannschaft des ASV Neumarkt. „Mit 5 Jahren kam ich zum Fußballspielen, mit 17 wechselte ich dann an den Spielfeldrand, weil ein Trainer für die E-Jugend gesucht wurde, in der mein Bruder spielte.“ Dass er in seinem Amt beim ASV eine der jüngsten Mannschaften der Bayernliga betreut, sieht Thier als Herausforderung und Chance zugleich. „Natürlich laufen manche Spiele anders als gewünscht, mit der Zeit lernt man aber, sich und andere auch nach Niederlagen wieder für die nächste Begegnung zu motivieren.“

Während gerade im Fußballbereich einige Bundesliga-Vereine ihre Spieler für Millionenbeträge einkaufen, müssen im Landkreis viele Mannschaften – unabhängig von der Sportart – auf „Eigenzüchtungen“ setzen, um Erfolge feiern zu können. „Diese konstante Nachwuchsarbeit ist mit sehr viel Personalaufwand verbunden“, betont Benedikt Thier, „ohne das Engagement von Sponsoren wäre vieles nicht möglich.“ Während sich sein Hauptarbeitgeber beim ASV als Jugendausbildungspartner engagiert und z.B. dem Nachwuchs Trikots spendiert, sieht man an Sportfeldbanden und Tribünen im Landkreis auch andere Firmen, welche Vereinsarbeit unterstützen. Sie haben erkannt: Eine Region mag noch so erfolgreiche Unternehmen aufweisen, umworbene Fachkräfte legen durchaus auch Wert darauf, dass es „nach Feierabend“ vielfältige kulturelle, gesellschaftliche oder sportliche Angebote gibt. Und im Fall von Benedikt Thier profitieren beide Seiten voneinander: „Wie man als Leiter eines Teams mit Menschen umgeht, habe ich nicht nur in beruflichen Fortbildungen gelernt, sondern durchaus auch am Fußballplatz.“