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Samstag, 1 Oktober 2022
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Wo man lernt, alle Register zu ziehen…

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Orgel-Schnuppertag in Berching

Das ist doch mal Wissen, mit dem man gegebenenfalls bei der nächsten TV-Quizshow punkten könnte: Ein Kalkant ist eine Person, welche mit dem Fuß einen großen Blasebalg betätigt und somit Luft für die Pfeifen einer Orgel liefert – der Begriff ist dabei vom lateinischen Wort „calcare“ („treten“) abgeleitet.

Auch in der Kirche St. Lorenz in Berching kann die dortige Orgel noch so betrieben werden, des Komforts wegen gibt es allerdings auch einen stromgespeisten Luftgenerator. „Dieser liefert natürlich einen gleichbleibenden Druck, wenn dagegen Kalkanten am Werk sind, könnte man das durchaus an der Orgelmusik hören – sie klingt dann womöglich etwas ungleichmäßiger und humaner”, erklärt Regionalkantor Peter Hummel, welcher im Bistum Eichstätt unter anderem für die Gotteshäuser in Berching verantwortlich ist.

Foto: FMR

Am Mittwochabend vergangener Woche konnte er einige Landkreisbewohner begrüßen, welche sich für die mächtigen Instrumente interessieren und mit dem Gedanken spielen, das kirchliche Leben vor Ort musikalisch mitzugestalten.

„Den Orgel-Schnuppertag veranstalten wir einmal im Jahr, normalerweise starten im September im Bistum Eichstätt immer die Ausbildungen für nebenamtliche Kirchenmusiker”, so Hummel. Wer bereits Erfahrung im Klavierspiel hat, besitzt dafür schon eine gute Basis. Einmal im Monat gibt es dann – meist an einem Samstag – eine Schulung im „Haus der Kirchenmusik“ in Eichstätt, zudem erhalten alle Auszubildenden pro Woche einmal Unterricht an einer Orgel in einer wohnortnahen Kirche.

Unter den aktuellen nebenamtlichen Kirchenmusikern finden sich Jugendliche ab 12 Jahren ebenso wie Vollzeit-Berufstätige, Hausfrauen oder Senioren mit Organisten-Ambitionen. „Im Grunde können sie selbst bestimmen, wie oft und zu welchen Anlässen sie eingesetzt werden”, erklärt Peter Hummel, welcher als Regionalkantor hauptamtlich bei vielen kirchlichen Veranstaltungen in die Tasten greift.

Foto: FMR

Nicht jeder Tastendruck erzeugt dabei automatisch den exakt selben Ton. Mit Registerzügen lässt sich die Klangfarbe der Orgel bestimmen – die Bandbreite reicht vom „minimalistischen“ Flötensound, welcher Triller und feine Verzierungen in der Partitur besonders gut transportiert, bis zum voluminösen Vollklang für „pompöse“ Wirkung. Letztendlich bestimmt die Charakteristik eines Musikstücks die Zahl der Register, welche der Organist dafür zieht.

Wenige hundert Meter neben der Berchinger Lorenzkirche befindet sich in der Stadtpfarrkirche eine Orgel, welche erst 1997 in einem historischen Gehäuse installiert wurde – sie erlaubt sogar noch mehr Klangvielfalt und einen „feudaleren“ Bedienkomfort. Das Modell in St. Lorenz, welches 1850 erbaut und 2011 aufwändig saniert wurde, hat dafür einen anderen Vorteil: Der Organist sitzt hier nicht mit den Rücken zum Altar, sondern kann das Geschehen unter sich gut überblicken. Dies erleichtert ein wenig die Aufgabe, bei Gottesdiensten und Co. das musikalische Bindeglied zwischen Pfarrer und Gemeinde zu sein.

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