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Freitag, 19 April 2024
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Mehlbeere ist Baum des Jahres 2024

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Seit 1989 ruft die Dr. Silvius Wodarz Stiftung jährlich den Baum des Jahres aus.  Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf die Gewöhnliche Mehlbeere (Sorbus aria). Dürfen wir vorstellen?

Es gibt Hinweise darauf, dass die Mehlbeere in so mancher Region als Delikatesse galt. Grundsätzlich werden die Früchte aber als mehlig und fad schmeckend beschrieben und bleiben bis zum ersten Frost eine eher pelzige Angelegenheit. Nach dem ersten Frost wird es etwas besser mit dem Geschmack und so finden Mehlbeeren manchmal Verwendung als Beigaben zu Säften, Marmeladen oder Gelees. In „armen“ Zeiten wurden die Früchte vermahlen und so das „echte“ Backmehl gestreckt. Der richtige Durchbruch zur Verwertung der Frucht kam bisher nie. Dabei existiert sie nicht erst seit gestern…

Vor rund 10.000 Jahren, nach Beendigung der letzten Eiszeit, breitete sich die Mehlbeere über Europa aus. Besonders hügelige Landschaften und sonnige Standorte haben es ihr angetan. Sie ist tiefwurzelnd und kommt mit kalkhaltigen Böden gut klar. Anders sieht es hingegen mit sandigen Böden aus. Die kann die Gewöhnliche Mehlbeere gar nicht ab, weshalb sie in Norddeutschland nicht zu finden ist.

Die Mehlbeere ist eine haarige Angelegenheit. Schon ihre Knospen zeigen filzig behaarte Knospenschuppen. Ihre Blätter, die wechselständig wachsen, sind anfangs ebenfalls weißfilzig behaart. Die Behaarung bleibt den Blättern aber im Laufe der Zeit nur auf der Blattunterseite erhalten. Die dadurch silbern erscheinende Blattunterseite ist schon von Weiten ein gutes Erkennungsmerkmal. Cremeweiß zeigen sich die Blüten von Mai bis Juni und sind gern angenommene Futterquellen für Bienen.

Die Mehlbeere erfährt neue Beliebtheit durch ihre Fähigkeit, den klimatischen Veränderungen zu trotzen. Steigende Temperaturen scheinen ihr nichts anzuhaben und lange Trockenperioden übersteht sie bravourös. Nicht nur dadurch machte sie sich einen Namen als Zukunftsbaum für die Stadt. Auch ihr Erscheinungsbild und ihre Vorliebe für offene Standorte überzeugen. Hinzu kommt, dass Stadtimker sie mehr und mehr als Futterquelle schätzen.

Ab Mitte September sind die scharlachroten Apfelfrüchte der Mehlbeere reif. Wie zu Beginn gesagt: den richtigen Durchbruch zur Verwertung erlangten die Früchte nie, aber wer beispielsweise Drosseln, Dompfaffen und Seidenschwänzen einen Gefallen tun möchte, pflanzt diesen wunderschönen Baum. Die Früchte sind sog. „Wintersteher“ und deshalb den ganzen Winter über für unsere gefiederten Freunde verfügbar.

Die noch „jungen“ Blüten und Blätter mit weißfilziger Behaarung. Foto: Sachgebiet für Gartenkultur, Landespflege und Umweltbildung, Landratsamt Neumarkt/OPf.

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