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Samstag, 25 Juni 2022
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Liberté, Egalité, Kamillentee?

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Litzloherin schrieb einen „garantiert corona-freien“ Roman

Der Blomenhof in Neumarkt dürfte zahlreichen Landkreisbewohnern etwas sagen – man kommt daran vorbei, wenn man z.B. von Richtung Pilsach die Jurastadt „umfahren“ möchte, oder steuert die Gegend zielstrebig an, um einzukaufen oder am dortigen Wertstoffhof etwas loszuwerden. Dass der Ort noch geschichtsträchtiger ist als bisher angenommen, könnte man schnell vermuten, wenn man sich voll auf die Handlung eines neuen Romans einlässt: „Liberté am Blomenhof“ spielt mit der fiktiven Prämisse, dass Napoleon einst in Neumarkt weilte und hier sogar amouröse Beziehungen hegte. All das kommt in der Gegenwart ans Licht, als ein altes Anwesen am Blomenhof saniert wird und eine neugierige Journalistin auf historische Dokumente stößt… Diesen Medienberuf hat die Hauptfigur des Buches mit seiner Autorin gemein: Doris Distler arbeitete viele Jahre als Journalistin für regionale Zeitungen und Fachmedien. „Der Wunsch, Geschichten zu schreiben, existierte schon in der Kindheit, aber zum Roman hat immer der Mut gefehlt“, erzählt die Litzloherin, „jetzt hatte ich dann aber eine Idee, die sich so aufgedrängt hat, dass es sein musste.“ Schon vor den ersten Lockdowns konnte Distler den örtlichen Spielberg-Verlag vom Stoff überzeugen − das Buch während der „Hochphasen“ der Corona-Pandemie zu schreiben, war jedoch kein einfaches Unterfangen. „Die Leichtigkeit geht aufgrund der vielen negativen Nachrichten schnell etwas verloren – das war für mich aber erst recht ein Ansporn, etwas „Corona-freies“ zu schreiben.“ Verschiedene Schauplätze aus der Region haben es in die Handlung geschafft, gerade für Landkreisbewohner dürfte sich der ein oder andere Wiedererkennungseffekt einstellen.

Foto: Stadtarchiv Neumarkt

Co-Autor des Romans ist Dr. Frank Präger, der Leiter des Neumarkter Stadtarchivs. Laut Doris Distler war anfangs etwas Überzeugungsarbeit nötig, damit sich der Historiker an einem Werk beteiligt, welches die überlieferte Geschichte zu Gunsten einer nicht ganz bierernst zu nehmenden Handlung kreativ beugt. „Er fand dann aber irgendwann Gefallen daran und hat unglaublich geniale Sachen geschrieben.“ Neben der faktisch nicht belegbaren Grundidee, Napoleon einen Aufenthalt in der Jurastadt anzudichten, flossen aber zahlreiche echte Details aus seinem Leben und Wirken in den Roman ein.

Das Vorwort des 340 Seiten starken Buches ist eine Art „Gebrauchsanleitung“, welche den Lesern u.a. nahelegt, dass sie nicht mit Ansprüchen an vollständige historische Korrektheit an die Lektüre herangehen sollten – letztendlich dient das gewissermaßen auch dem Selbstschutz der Autoren in einer Zeit, in der sich viele sehr schnell auf den Schlips getreten fühlen. Ein weiterer heißer Tipp betrifft die Dialoge im Buch, welche regelmäßig im Oberpfälzer Dialekt verfasst sind: Gerade „Zuag´roaste“, so die Empfehlung, könnten die Inhalte leichter verstehen, wenn sie die betreffenden Zeilen in „O-Ton Süd“ laut lesen würden.

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