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Samstag, 1 Oktober 2022
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„Für Totholz steckt da ganz schön viel Leben drin“

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Über die die Bedeutung von Totholz als Lebensraum

Unter dem Begriff Totholz kann sich doch jeder etwas vorstellen. Es muss irgendwie mit abgestorbenen Baumteilen zu tun haben, richtig. In einem weiteren Schritt kann der Sammelbegriff Totholz in horizontales und senkrecht stehendes Totholz unterschieden werden. Während horizontales Totholz irgendwo wild auf dem Boden herumliegt oder zu Haufen und Wällen aufgeschichtet werden kann, versteht man unter senkrechtem Totholz stehengebliebene Baumstümpfe oder tote Bäume als Ganzes. Da sich bei senkrecht stehendem Totholz eine vielfältigere Zusammensetzung von Standorteigenschaften (unterschiedliche Sonneneinstrahlungs- und Feuchtegrade, unterschiedliche Temperaturen, usw.) vorfinden lässt, ist dieses ökologisch wertvoller zu bewerten als liegendes Totholz.

Rückzugsort und Lebensraum

Dem Totholz kommt eine besondere Bedeutung beim Artenschutz zu. Unsere Wälder, öffentliche Grünflächen, Parks und Gärten sind immer aufgeräumter. Für Totholz gibt es keinen Platz mehr. Ästhetische Gründe sowie Sicherheitsaspekte sprechen für viele dagegen, dabei ist Totholz ein vielfältig besiedelter Lebensraum und steckt, auf den zweiten Blick, voller Leben! Viele Tiere und Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen, sind auf Totholz angewiesen. Neben niederen Pflanzenarten und Pilzen finden vor allem die unterschiedlichsten Insekten, darunter Ameisen, Schmetterlinge, Wildbienen, Spinnen und Käfer, Unterschlupf. Die Lebewesen innerhalb dieses speziellen Lebensraumes arbeiten eng zusammen. Während Käfer und Co. bei der Verbreitung von Pilz- und anderen Sporen helfen, bieten Pilze und Pflanzen wiederum zusätzliches Nahrungs- und Unterschlupfangebot für die Insekten. Und wo sich so reichlich Insekten tummeln, sind auch deren Feinde nicht weit! Vögel, Amphibien, Reptilien, usw. profitieren von dem reich gedeckten Totholz-Tisch und nutzen es selbst als Rückzugsort und Lebensraum.

Es ist also durchaus empfehlenswert, sich gut zu überlegen, ob der alte Baum gefällt werden sollte oder ob man nicht zumindest einige Meter davon stehen lassen kann. Auch im Garten lässt sich gut mit Totholz arbeiten. Beim Hecken- und Gehölzschnitt fällt immer wieder holziges Material an. Anstatt es aus dem Garten zu entfernen, kann es in einer ruhigen Ecke im Garten zu einem Haufen aufgeschichtet werden oder man gestaltet Wälle, die zugleich als Strukturgeber im Garten dienen können.

Haben Sie denn den Lebensraum Totholz in ihrer Nähe schon einmal genauer beobachtet? Was haben Sie dabei entdeckt? Haben Sie vielleicht eine Ihnen unbekannte Insekten- oder Vogelart kennengelernt? Hinschauen lohnt sich!

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