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Samstag, 3 Dezember 2022
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Ein neuer Saal wäre nur die „halbe Miete“

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Sengenthal sammelt online Anregungen zur „Bürgerhalle“

Die Frage, ob Sengenthal eine „Bürgerhalle“ braucht, hat nicht nur etwas damit zu tun, ob die Gemeinde einen Veranstaltungsort für bis zu 300 Personen benötigt. In der Machbarkeitsstudie zum Projekt, welches neben der Grundschule entstehen könnte, ist zwar ein multifunktionaler Saal vorgesehen – doch wenn das Gebäude wie aktuell angedacht realisiert wird, dann erfüllt die „Bürgerhalle“ auch weitere Zwecke, bei denen die Frage „Braucht es das?“ um einiges deutlicher mit „Ja“ zu beantworten ist.

Ab dem Jahr 2026 gibt es einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von Kindern, dem die Gemeinden Rechnung tragen müssen. In Sengenthal wird das mit „Stühlerücken“ verbunden sein: In der Schule könnten der aktuell dort untergebrachte Sitzungssaal und das Bürgermeisterbüro aufgegeben und ohne größere Umbaumaßnahmen für die Ganztagsbetreuung nutzbar gemacht werden. Der Gemeinderat und das Büro des Bürgermeisters könnten in der „Bürgerhalle“ untergebracht werden, wo nach aktuellem Konzeptstand Räumlichkeiten im zweiten Stock dafür vorgesehen sind.

Diese Konzeptskizze aus der Machbarkeitsstudie von NVO Architekten kommt den aktuellen Ideen am nächsten. Foto FMR

Aktuell müssen die Schulkinder laut Bürgermeister Werner Brandenburger platzbedingt in mehreren Gruppen zu Mittag essen – mit dem Bau der „Bürgerhalle“ könnte ein Speiseraum entstehen, zu dem die Schüler nur wenige Meter über den Hof gehen müssten. Im Untergeschoss ist zudem eine Großküche geplant – diese könnte nicht nur die kulinarische „Nahversorgung“ der benachbarten Schule, sondern auch des Kindergartens und der Kindertagesstätte übernehmen, welche sich ebenfalls in Sichtweite befinden. Auch eine Belieferung einer angedachten Tagespflegeeinrichtung im Ortskern wäre möglich.

Ein weiterer Knackpunkt sind aktuell die Parkmöglichkeiten in der Ortsmitte Sengenthals: Die vorhandenen Stellplätze werden vor allem durch Lehrpersonal und Beschäftigte der umliegenden Kinderbetreuungseinrichtungen genutzt. Hier sehen die aktuellen Entwürfe vor, unter bzw. vor der „Bürgerhalle“ am Hirtenweg eine Tiefgarage mit ca. 65 Parkplätzen zu bauen, um die Situation zu entlasten. Über der Garage ist ein neuer Hartbodenplatz angedacht, der bestehende Rasensportplatz hinter dem Neubau soll weiterhin nutzbar sein.

Die Gemeinde hat in einer Machbarkeitsstudie mehrere Konzeptvarianten analysieren lassen, aktuell werden Untersuchungen zur Schallbelastung für die umliegenden Anwohner durchgeführt – möglicher Lärm durch zu Veranstaltungen anfahrende Besucher ist einer der Gründe, warum das Projekt nicht nur im Gemeinderat teilweise kritisch beäugt wird.

Bevor die Gemeinde nun einen Architektenwettbewerb startet – die an die Sengenthaler verteilten Infomaterialien zeigen nur grobe Konzeptskizzen zur Machbarkeit, keine architektonischen Entwürfe – werden aktuell die Bürger befragt. Auf der Gemeindewebseite können sie seit 15. November im Rahmen einer Online-Umfrage angeben, welche Aspekte ihnen bei der Gestaltung der Ortsmitte besonders wichtig sind: Mit möglichen Angaben wie z.B. „Außenflächen mit Aufenthaltsqualität“ oder „Räumlichkeiten für Rock- / Popkonzerte“ soll letztendlich der jeweilige Bedarf ermittelt werden.

Auch die Frage, ob ein neues Gebäude mit oder ohne „Bürgersaal“ verwirklicht werden sollte, taucht explizit auf. Fakt ist: Trotz aktiver Vereine war Sengenthal „vor Corona“ nicht unbedingt für einen Veranstaltungsreigen bekannt, welcher auch Besucher von außerhalb der Landkreisgrenzen anlockt, wie es z.B. Säle oder Kleinkunstbühnen in Freystadt, Velburg, Postbauer-Heng oder Berching tun. Sofern die Gemeinde in dieser Richtung aktiver sein möchte, würde eine „Bürgerhalle“ mit multifunktional nutzbarem Raum neue Möglichkeiten schaffen. Fakt ist aber auch: Ein Saal allein macht noch kein buntes Kulturleben – aus anderen Orten weiß man: Eine „engagierte“ Kraft, welche mit Organisationstalent und Gespür für Vielfalt den Veranstaltungskalender füllt und koordiniert, ist mindestens die andere „Hälfte der Miete“.

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