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Dienstag, 21 September 2021
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Die Bonusmeilensammler von Freystadt

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Gleich vier Storchenpaare bevölkern die Hausdächer

Im Luftraum über Freystadt geht es in diesem Sommer noch betriebsamer zu als sonst: Gleich an vier Stellen in der Innenstadt haben sich Störche niedergelassen, welche sich immer mal wieder von ihren Nestern erheben und in eleganten Bahnen über den Ort segeln. Das intelligente Ausnutzen der Thermik ist nur eine der Eigenschaften, welche Josef Brandl an diesen Tieren fasziniert – seit Jahrzehnten beobachtet der Ortsgruppen-Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) schon die Entwicklung der Population in der Region. „Anfang der 1980er Jahre gab es nur noch einen Storch hier – die Zahl ging über die Jahre hinweg in Bayern immer weiter zurück und in Freystadt wurde damals zusätzlich noch die Ortsumgehung gebaut.”

Der LBV startete schließlich 1984 ein Artenschutzprogramm, um den Weißstorch von der „roten Liste“ der gefährdeten Arten streichen zu können. Wo immer es möglich war, wurden seitdem mit Hilfe von Spendengeldern oder Mitgliedsbeiträgen Flächen in Lebensräume verwandelt. Die Tiere legen dabei auf „feuchte“ Landschaften mit Bächen und Flüssen wert – dort lassen sich Frösche und Co. als Nahrung finden. Das Programm hatte Erfolg: 1989 zählte man in Bayern wieder 85 Storchenpaare, aktuell rund 800.

Der Luftraum über Freystadt wäre im Jahr 2021 sogar noch „enger” geworden, hätten nicht der kalte, regnerische Frühling und Frühsommer den Nachwuchs der brütenden Storchenpaare dezimiert. „Solange die Küken noch keine Federn haben, sind sie leider sehr witterungsanfällig – Starkregen, Kälte und Hagel können da tödlich sein”, so Josef Brandl. Was die in der Luft zurückgelegten Strecken angeht, sind Weißstörche übrigens „Bonusmeilensammler” par excellence: 400 bis 500 Kilometer gelten für ein gesundes Tier als problemlos pro Tag machbar – mit dieser Kondition lässt sich notfalls auch ein „Kurztrip” in eine andere Region antreten, wenn sich einem Landstrich eine ungemütliche Kältefront festsetzen sollte.

In vielen Bereichen Bayerns ließ sich in den letzten Jahren auch beobachten, dass manche Weißstörche in den kalten Monaten nicht gen Süden ziehen, sondern hier überwintern. Nicht nur für Exemplare, welche dann rund um Freystadt gesichtet werden können, gilt aber die strenge Faustregel: Füttern verboten!

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