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Samstag, 20 August 2022
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Der Saft geht, bevor der Barthel kommt…

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Mostereien haben 2020 alle Pressen voll zu tun

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und schon in den letzten Wochen war abschätzbar, dass die Apfelernte in diesem Jahr gut ausfallen dürfte. „2018 gab es Rekorde, 2019 quasi nichts und heuer dürften wir hier schätzungsweise wieder rund 30.000 Liter produzieren können”, meint Norbert Großhauser, welcher die Mosterei des Obst- und Gartenbauvereins Sulzbürg betreut. Bewohner aus der Region bringen ihr Obst in das hell gestrichene Haus über den Dächern von Mühlhausen und dürfen dann beiwohnen bzw. mithelfen, wenn aus den Früchten Flüssigkeit wird.

„Zuerst werden die Äpfel gewaschen, geschreddert und dann gepresst“, erklärt Großhauser. Nach einem Prozess, welcher die größeren Partikel des Apfelfleisches herausfiltert, wird die Flüssigkeit auf über 80 Grad erhitzt – so entsteht schließlich naturbelassener Apfelsaft. Dieser wird vor Ort in 5-Liter-Beutel abgefüllt und mit bedruckten Kartonhüllen komfortabel transportier- und lagerbar gemacht.

Wenn die Gartenbesitzer aus der Region an der Mosterei ankommen, sind die Kofferräume mit Obst gefüllt, auf dem Nachhauseweg stapeln sich dort dann die Getränkepackungen. Der Obst- und Gartenbauverein agiert hauptsächlich als Anbieter der Dienstleistung „Mosten” für Privatleute, nur ein kleiner Teil des hier gepressten Saftes wird im nahegelegenen Dorfladen verkauft. Laut Kathrin Behr vom OGV Sulzbürg hat die Apfelverarbeitung aber schon eine längere Tradition, da die besondere Kombination aus Tälern und Hängen rund um Mühlhausen für ein ernteförderndes Klima zu sorgen scheint.

Das Corona-Virus hat auch in der Mosterei die Abläufe erschwert. „Früher durfte ich die Kunden enger zusammenstellen“, erklärt Norbert Großhauser, „wir konnten z.B. gleichzeitig abfüllen und die Äpfel des nächsten Anlieferers pressen, aktuell müssen wir damit wegen der nötigen Distanz warten.” Nicht nur mehr Platz würde man sich im Pandemie-Jahr wünschen, sondern auch personelle Unterstützung. „Ich bin an fünf Tagen in der Woche hier”, erzählt der Mostwart, „es wäre weniger stressig, wenn ich mir die Arbeit mit jemandem teilen könnte.” 

Der Obst- und Gartenbauverein Sulzbürg führt interessierte Helfer gerne in die Kunst des Obstverarbeitens ein, zeigt ihnen dabei aber nicht gemäß dem alten Sprichwort, „wo der Barthel den Most holt“ – die Getränkeerzeugnisse sind schließlich nicht-alkoholisch.

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