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Samstag, 20 August 2022
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Der Regionale eröffnet eine neue Welt

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Lorenz Heri und Andreas Demo setzen nun auch auf den Einzelhandel

Lorenz Heri will nicht einer der „Groß-Caterer dieser Welt“ sein. Deshalb hat sich der gebürtige Luzerner, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt, schon frühzeitig entschlossen, den Bereich des Industrie-Caterings zu verlassen und zusammen mit seinem Partner Andreas Demo die bayernweite „Kochmanufaktur“ gegründet. Diese bekam vor drei Jahren auch einen Standort in der Ingolstädter Straße in Neumarkt.

Am 17. Dezember 2020 gab es etwas Neues: Lorenz Heri hat mit Andreas Demo in Neumarkt als Partnerbetrieb zur Kochmanufaktur den Verbrauchermarkt „Der Regionale“ eröffnet – ganz bewusst am selben Tag, als nebenan Edeka die Pforten öffnete. Letztendlich ist „Der Regionale“ ein Produkt der Pandemie-Zeit: Heri und Demo hatten für die „Kochmanufaktur“ das große Gästehaus bei den Firmen Pfleiderer und Fuchs in der Ingolstädter Straße gemietet. Die 14 Gästezimmer mit Konferenz-, Seminar- und Veranstaltungsräumen sowie der Kantinenbetrieb sollten ursprünglich touristischen Zwecken dienen, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Als sich die Arbeit während des Lockdowns zusehends in Grenzen hielt, wagte Lorenz Heri mit seinem Partner die Flucht nach vorne: „Corona hat Ressourcen freigemacht“, sagt Heri. „Wir haben gesagt: Lass uns zeigen, dass wir auch was anderes machen können.“ Und so entstand vor dem Gästehaus in der Ingolstädter Straße ein kleiner Regionalmarkt unter einem Zeltdach.

„Wir kaufen als Kantinenbetreiber sowieso extrem regional ein“, sagt Lorenz Heri. Er nutzte die vorhandenen Kontakte mit lokalen Erzeugern und baute diese mit Hilfe der Regina GmbH, Werner Thumann, dem Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, dem Naturschutzprojekt Juradistl und mit Unterstützung eines Nebenerwerbslandwirts aus. So entstand in der Ingolstädter Straße ein Märktchen mit illustrem Angebot von regionalem Obst und Gemüse über Getränke, Kunstwerke oder Körperpflegemittel. „Im Sommer 2020 haben wir überlegt, den Markt irgendwie größer zu machen und zu verlagern“, sagt Heri. Da kam ihm eine Kooperation mit Michael Gloßner, Geschäftsführer der Neumarkter Glossnerbräu, gerade recht. In der Sachsenstraße 1 gab es im Getränkeland Müller räumliche Kapazitäten – und flugs entstand dort als zweite Einrichtung „Der Regionale“. „Es war auch ein Lernprozess, denn als Gemeinschafts-Caterer kommen wir nicht aus dem Einzelhandel“, sagt Lorenz Heri. „Es war viel Arbeit – wir mussten die Region abgrasen, auf die Menschen zugehen und Überzeugungsarbeit leisten. Aber das macht Spaß!“ Heri hat ein Zukunfts-Ideal: „Wir alle müssen konsequent regional einkaufen, auch wenn es mal einen Euro mehr kostet. Der ist aber gut investiert.“ Mittlerweile beschäftigt Lorenz Heri im „Regionalen“ vier Mitarbeiter, darunter eine Vollzeitkraft.

Regionale Versorgung ist für Heri und Demo in der Prioritätsliste übrigens wichtiger als Bio, obwohl es natürlich im Regionalmarkt zahlreiche Bio-Produkte zu erstehen gibt: „Wir haben so tolle Produkte – warum müssen Karotten aus China kommen oder Äpfel aus Neuseeland“, sagt Heri. Auch auf Produkte aus artgerechter Tierhaltung legt er bei der Vermarktung sehr viel Wert. Sabine Demo, die Frau von Heris Partner Andreas Demo, der als Geschäftsführer für Südbayern zuständig ist, betreibt in Bad Aibling eine Kaffeerösterei, die auch den „Regionalen“ beliefert. „Der Betrieb arbeitet sehr handwerklich“, sagt Lorenz Heri. Hier wird überlegt, ob man aus lokalen Gesichtspunkten heraus künftig nicht auch in Neumarkt rösten will.

Wie so oft, gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Das Gästehaus mit Kantine in der Ingolstädter Straße musste am 26. November schließen. Dort steht eine Brandschutzertüchtigung an und der Vermieter wollte eine Verlängerung nur zu Konditionen anbieten, „die unserer Meinung nach einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zulassen“, sagt Heri. So habe man den Vertrag nicht verlängert, sei jedoch „jederzeit sehr gesprächsbereit, aber zu anderen Konditionen.“

Lorenz Heri ist stolz darauf, dass die Kochmanufaktur dennoch weitermachen kann. Bei der Firma Aptiv in Neumarkt betreibt Heri mit elf Mitarbeitern, darunter vier Köchen, die dortige Betriebskantine: „Von hier aus können wir weiter die Bediensteten von Pfleiderer und Fuchs verköstigen, allerdings nun in den Pfleiderer-Räumen.“ Wenn Fuchs-Europoles an seinen neuen Standort an der Habersmühle zieht, wird die Kochmanufaktur einen „Food-Truck“ bewirtschaften, um dort für die Verpflegung zu sorgen. „Auch ohne die Kantine im Gästehaus geht unser Betrieb auf diese Weise uneingeschränkt weiter“, freut sich Lorenz Heri. Zusammen mit seinem Partner – Heri ist für Nordbayern zuständig – betreibt die Kochmanufaktur in Bayern zwölf Kantinen. Dazu zählen keine Geringeren als die Bewirtschaftung beim Fernsehsender Sky in Unterföhring, bei Schwan-Stabilo in Heroldsberg oder bei Marc O`Polo in Stephanskirchen. Das Neumarkter Gästehaus allerdings war „ein sehr spezielles Konzept. Es machte besonderen Spaß, wir hatten zudem einen schönen Biergarten und der Gastraum war öffentlich.“ Deshalb ist Lorenz Heri sehr traurig, dass es dort momentan nicht weitergehen kann.

„Der Regionale“ ist in Bayern bisher der einzige Einzelhandelsladen der beiden Geschäftspartner – eine Option für mehr!

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